Schon der alte Goethe hatte ja Italien als Reiseziel für sich entdeckt. Und auch die ihm nachfolgenden Generationen deutscher Touristen strömen nach wie vor zu Tausenden in das Land im Süden Europas. Dabei ist für viele Deutsche Italien eine Ansammlung an Klischees: Dolce Vita, Pizza, Pasta und Vino, um nur einige zu nennen. Doch wie es mit solchen Stereotypen nun einmal ist – sie verkörpern immer nur die halbe Wahrheit eines komplexen Sachverhalts und können zu einiger Konfusion während des Urlaubs führen. Anders gesagt, man fällt schnell unangenehm als (deutscher) Tourist auf.

Weltneugier Fettnäpfchenführer Italien

Mit dem vorliegenden Buch: Fettnäpfchenführer Italien. Wie man so tut, als sei man Italiener (Conbook Verlag) versucht der Autor Sandro Mattioli einige Tipps zu geben, wie diese Alltagsfallen vermieden werden können. Anhand kleiner Geschichten rund um die Erasmus-Studentin Franziska Weiss und ihren Vater Paul, den eine Geschäftsreise nach Rom führt, berichtet er davon, wie Deutsche in Italien “anecken”.

Mattioli erklärt anhand dieser Geschichten dann, was aus der Sichtweise eines Italieners schief gelaufen ist und was das richtige bzw. angemessene Verhalten gewesen wäre. Thematisch behandelt er dabei aber nicht nur das Auftreten in der Öffentlichkeit, sondern auch Bereich wie den Haushalt, das Universitätsleben usw. anhand von Fragen wie:

  • Wann bestellt man einen Cappuccino?
  • Auf welches Essen darf nun Käse?
  • Wann trinkt man besser keinen Wein?
  • Warum lässt man die Jogginghose besser zuhause?
  • Oder mit wem darf ich eigentlich über welche Themen reden?

Der Leser erfährt, dass es zum Dolce Vita auch den Gegenpart der harten Arbeit gibt und die vermeintliche Laissez-faire-Attitüde Italiens von einer Regelwut geprägt ist, die man eher – auch wieder ein Klischee – der deutschen Bürokratie zuschreiben würde.

Das Buch ist unterhaltsam geschrieben und auch wenn die Geschichten selbst manchmal etwas konstruiert wirken, ermöglichen sie – vor allem auch durch die erklärende Zusammenfassung am Ende – dem Italien-Neuling einen leichten Zugang zu Land und Leuten. Aber auch erfahrene Italien-Reisende dürften hier einige neue Aspekte kennen lernen. In diesem Zusammenhang sei besonders auf die Fußnoten zu weniger bekannten Themen hingewiesen.

Fazit

Wer Italien aus der Perspektive seiner Bewohner erleben möchte, sollte dieses Buch zu Hand nehmen, um die Regeln des Alttagslebens kennen zu lernen. Natürlich kann ein solches Werk niemals die eigenen Erfahrungen bzw. offene Augen und Ohren vor Ort ersetzen, aber es ist zumindest ein guter und vor allem unterhaltsamer Einstieg in das Thema. Wer also demnächst einen Italien-Urlaub plant, dem legen wir den Fettnäpfchenführer von Sandro Mattioli ans Herz. Gutes Buch.

Kurzinfo zum Buch
Sandro Mattioli

Fettnäpfchenführer Italien. Wie man so tut, als sei man Italiener

Conbook Verlag, 2. Auflage 2011.
Weitere Infos es auf der Website des Verlags.

Verlosung: Mitmachen und gewinnen!

Stepin verlost 4 Exemplare des Fettnäpfchenführers Italien. Schickt einfach eine E-Mail mit dem Betreff: “Verlosung Fettnäpfchenführer Italien” an: verena.hanneken@stepin.de Achtung: Name und Anschrift nicht vergessen! Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und auf der Homepage von Stepin veröffentlicht.

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Erkundet und berichtet von: Weltneugier

Teil eines großen Ganzen, das es in kleinen, vor allem aber neugierigen Schritten zu erkunden gilt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

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