Wir hatten ja bereits vor einigen Wochen Kreuz und Quer. Mit Wirby und Zeus durch Australiens Outback sowie Kanadas Westen aus dem Hause geophon rezensiert. Da der Verlag uns freundlicherweise 10 Exemplare seiner Südafrika-CD für das WM-Tippspiel zur Verfügung gestellt hat, ist dies ein guter Zeitpunkt, Südafrika. Eine akustische Reise zwischen Kapstadt und Krügerpark (2007) zu besprechen.
Wenn man dieser Tage vom Klang Südafrikas spricht, werden die meisten wahrscheinlich sofort – mehr oder weniger genervt und dank medialer Dauerpräsenz – an den Klang der Vuvuzelas denken. Nun sollte man Land und Leute aber nicht nur auf die Plastiktröten reduzieren. Das Südafrika auch akustisch wesentlich mehr zu bieten hat, zeigt die vorliegende CD , die wir heute im Rahmen der Themenwochen Südafrika vorstellen möchten.
„Die ganze Welt in einem Land“, so wirbt die hiesige Tourismusbranche für junge Republik an der südlichen Spitze des afrikanischen Kontinents. Spektakuläre Landschaften, eine faszinierende Flora und Fauna, eine bewegte Vergangenheit und die Begegnung mit Menschen, die zwar 9 verschiedene Sprachen sprechen, allerdings in keiner den Begriff „Fremder“ kennen.
Die CD beginnt mit einem kurzen Intro, in dem O-Töne vom 10. Mai 1994, dem Tag von Nelson Mandelas Amtseinführung als Präsident der Republik Südafrika vorgestellt werden. Mandela hat das Land nach den Jahren der Apartheid aus der internationalen Isolation herausgeführt und vor diesem Hintergrund nehmen die Macher des Reisefeatures den Hörer mit auf die akustische Reise durch das Land am Kap der Guten Hoffnung. Erste Station: Kapstadt.
Kapstadt
Die Stadt swingt vielstimmig zwischen dem erhabenen Tafelberg und der pulsierenden Waterfront. Der Hörer erfährt etwas über die Geschichte und Architektur der Stadt, die Besonderheiten ihrer geographischen Lage und den Alltag der Bewohner (Track 1: Kapstadt - Die Hauptstadt der Traumstädte). Man lernt u. a. die Fremdenführerin und waschechte Kapstädterin Marianne Köhler kennen, die fließend Deutsch spricht, ihre Sprachkenntnisse allerdings am örtlichen Goethe-Institut erworben hat.
Eine erste Überraschung: In Kapstadt wird zweimal im Jahr Weihnachten gefeiert. Nämlich im Juli und im Dezember. Begründet wurde diese Tradition durch die europäischen Einwanderer, die während des heißen südafrikanischen Sommers im Dezember das echte Weihnachtsgefühl vermissten und so kurzerhand das Fest in den kalten Juli verlegten.
Von der pulsierenden Metropole geht die Reise weiter in das Umland Kapstadts. Neben den paradiesischen Grünanlagen der Kirstenbosch Gardens (Track 2: Mandelas Gold und Mickey Mouse Busch), einem Trip zur Gefängnisinsel Robben Island, wo auch Nelson Mandela als politischer Gefangener inhaftiert war (Track 3: Robben Island – Ehemalige Gefangene als Reiseführer) und gibt es einen abschließenden Ausflug in die Weinanbaugebiete am afrikanischen Kap (Track 4: Winelands – Das Kap der guten Weine).
Mit dem Blue Train zum Krüger-Nationalpark
Aus der Region Kapstadt geht es weiter mit dem luxuriösen Blue Train nach Pretoria, ein fahrendes First Class Hotel (inkl. Butler) auf Gleisen (Track 5: The Blue Train – Das Blaue Wunder auf Gleisen). Reisende und Zugpersonal erzählen von ihren Erlebnissen, dem Komfort des Blue Train, aber auch davon, wie es ist, an Bord zu arbeiten.
Von Pretoria führt die Reise mit dem Flugzeug nach Nelspruit (Krüger Mpumalanga International Airport) und von dort mit dem Jeep durch den Krüger-Nationalpark (Track 6: Krüger Nationalpark – Mal andere Gesichter sehen). Der Park ist Teil des Peace Parks “Greater Limpopo Transfrontier Conservation Areas”, der im Dezember 2002 ins Leben gerufen wurde. Auf einer Gesamtfläche von 36.800 Km2 trifft der Besucher neben zahlreichen anderen Tieren in freier Wildbahn auch auf die sogenannten „Big Five“: Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn.
Vom Nationalpark führt der Weg dann wieder westwärts in den kleinen Ort Oudtshoorn, wo große Farmen für die Straußenzucht angesiedelt sind. Geschätzte Zahl der dort vorhandenen Population: 600.000 Tiere. Etwa 25 Kilometer weiter findet sich das Höhlensystem der Cango Caves, in denen umfangreiche Tropfstein-Formationen von beeindruckender Größe zu bewundern sind (Track 7: Oudtshoorn – Straußenbarone und prähistorische Höhlen).
Durban
An der südafrikanischen Ostküste, direkt am Indischen Ozean, liegt Durban (früher Port Natal). Mit über 3,1 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt der Provinz KwaZulu-Natal und nach Johannesburg die zweitgrößte Stadt des Landes.
Durban ist vor allem als bedeutende Industrie- und Hafenstadt mit dem größten Hafen Afrikas bekannt, aufgrund seiner Strände und des subtropischen Klimas gleichzeitig aber auch eines der beliebtesten Urlaubs- und Reiseziele der Südafrikaner. Auffällig ist hier das multikulturelle Erscheinungsbild der Stadt: afrikanische, orientalische, europäische und indische Einflüsse zeigen sich auf den Straßen. Bemerkenswert: Durban beherbergt die größte indische Gemeinde außerhalb des indischen Subkontinents (Track 8: Durban – Curry in Hurry).
Die akustische Reise endet am „Dornröschen“ Südafrikas, dem unberührten Eastern Cape an den Gestaden des Indischen Ozeans. Hier gab es zahlreiche Siedler mit deutscher Herkunft, allerdings kaum Touristen. Und obwohl das Eastern Cape immer noch als touristischer Geheimtipp gilt, gibt es für jeden Besucher eine Menge zu entdecken: Natur, Strände, Kultur und jede Menge Sportmöglichkeiten (Track 9: Eastern Cape – Das Lächeln hat einen Namen).
Fazit
Auch geophons akustische Reise durch Südafrika funktioniert. Wer z. B. durch die Berichterstattung der Fußball-Weltmeisterschaft neugierig auf Land und Leute geworden ist, der kann mit Südafrika. Eine akustische Reise zwischen Kapstadt und Krügerpark entdecken, dass das Land tatsächlich nach mehr als den eingangs erwähnten Vuvuzelas klingt.
Der Autor Jürgen Gutowski hat einen gelungenen Mix aus Naturklängen, mehrsprachigen O-Tönen mit verständlicher Übersetzung, afrikanischer Musik und guten Sprechern (Jürgen Gutowski, Annette Petersen und Martin G. Kunze) geschaffen, der eine Fülle an Informationen und Impressionen liefert, ohne jemals langweilig zu werden.
Wie die meisten geophon-CDs wird auch das Südafrika-Feature in einem edlen Digipack geliefert. Im Inneren ist eine Karte enthalten, auf der die einzelnen Stationen/Tracks der Reise verfolgt werden können. Ergänzt wird das Kartenmaterial durch Ausflugs-, Restaurants- und Sightseeing-Tipps sowie eine Reihe informativer Weblinks im beigefügten Booklet.
Ganz im Sinne der südafrikanischen Grußformel: „Sawubona – Wir sehen uns!“ sprechen wir eine klare Empfehlung aus.




