Im Rahmen unseres Adventskalenders hatten wir in Kooperation mit den lieben Kollegen vom Mana-Verlag – und noch vor dem eigentlichen Erscheinungstermin (!) – das Neuseeland-Lesebuch verlost. Da freitags immer Zeit für Rezensionen und Buchvorstellungen auf der Weltneugier ist, wollen wir heute die Gelegenheit nutzen und etwas ausführlicher auf die Veröffentlichung von Dörthe und Volker Heyse eingehen.
Ein Buch, das im Untertitel den Zusatz: Alles, was Sie über Neuseeland wissen müssen führt, hat sich ein großes Programm auf die Fahnen geschrieben. Aber um dies gleich vorweg zu nehmen, dieser Anspruch wird tatsächlich auch erfüllt. Das Neuseeland-Lesebuch liegt inzwischen in der 2., aktualisierten und erweiterten Auflage vor und versucht eine Lücke zu schließen. Denn obwohl in den letzten Jahren eine ganze Reihe thematischer Bände über Neuseeland erschienen sind, fehlte auf dem deutschsprachigen Markt bis dato ein Buch, das die wesentlichen Details aus Geschichte und Gegenwart des Landes darstellt, dabei aber – neben den entsprechenden Fakten über Alltagsleben, Kultur, Natur und Wirtschaft – zahlreiche Anekdoten und Geschichten versammelt. In diesem Sinne ist das Neuseeland-Lesebuch auch kein trockenes Sachbuch, sondern liefert auf seinen 456 Seiten vielfältige Anekdoten, Alltagsgeschichten, Interviews, ein Maori-Märchen und vieles mehr. Ergänzt wird dieses Programm durch zahlreiche Abbildungen, Fotos und Grafiken.
Und aus diesem Umstand resultiert die eigentliche Stärke des broschierten Bandes. Denn gegenüber den meisten Reiseführern verzichten das Autorenpaar nahezu gänzlich auf die Auflistung von (kommerziellen) Events und Locations. Vielmehr liegt der Fokus auf dem Wesen des Landes und seiner Bewohner, deren Geschichte hier detail- und kenntnisreich erzählt wird. Als besonders gelungen muss hierbei der Ansatz gesehen werden, scheinbar neuseelandtypische Entwicklungen mit ähnlichen andernorts zu vergleichen. Bedenkt man, dass das Land am anderen Ende der Welt noch eine relativ junge Nation ist, deren Suche und Ringen um eine eigene kulturelle Identität nach wie vor anhält, so kann man es den Autoren nicht hoch genug anrechnen, dass sie versuchen, tatsächlich alle Gruppen der neuseeländischen Gesellschaft darzustellen bzw. zu Wort kommen zu lassen. Besonders gelungen sind in diesem Zusammenhang die Kapitel und Abschnitte über die neuseeländischen Ureinwohner, die Maori – deren Kultur, Geschichte und politische Position ausführlich dargestellt wird.
Fazit
Wer sich ausführlich mit dem Thema Neuseeland beschäftigen möchte, der findet mit dem Neuseeland-Lesebuch sicherlich genügend Futter. Egal ob nur in kleinen Häppchen oder in seiner Gesamtheit, das Buch liefert ein kurzweiliges und unterhaltsames Lesevergnügen, liefert aber trotzdem genügend spannende Informationen und Hintergrundwissen. Auch wenn der eingangs erwähnte Untertitel etwas anderes verspricht, kann ein solches Werk natürlich niemals alle Aspekte einer solchen komplexen Thematik abdecken – aber das Buch kommt dem schon relativ nahe. Und wem die vorhandenen Informationen nicht reichen, findet im ausführlichen Anhang sicherlich genügend Hinweise auf weiterführende Quellen. Kurzum, ein klare Empfehlung für alle Neuseeland-Fans oder die, die es noch werden wollen. Tolles Buch.
Dörthe und Volker Heyse:
Das Neuseeland-Lesebuch – Alles was Sie über Neuseeland wissen müssen
MANA-Verlag, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage 2012
Klapp-Broschur, mit vielen farbigen Abb.
ca. 450 Seiten, 18 x 21 cm
Weitere Infos und eine Leseprobe finden sich auf der Verlags-Website.




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