Endstation Wildnis. Das Territorium Yukon, südlich von Alaska, ist größer als Deutschland, Dänemark, Belgien und die Niederlande zusammen. In diesem Naturparadies leben nur 30 000 Menschen, dafür aber rund 18 000 Bären, 50 000 Elche – und Huskys. Ein Gespräch mit unserem Teilnehmer Andreas Schertler aus dem bayerischen Tierschenreuth über seine Volunteer-Erfahrungen im hohen Norden Kanadas. 
Stepin: Eine Huskyfarm im Norden Kanadas. Was hat dich gerade an diesem Freiwilligenprojekt von Stepin gereizt? Und warum Kanada?
Andreas Schertler: Da ich einen handwerklichen Metallberuf habe und somit über wenig Erfahrung im Umgang mit Tieren verfüge, kam dieses Projekt wie gerufen für mich. Mit der Projektteilnahme ist definitiv ein Traum in Erfüllung gegangen. An Kanada reizte mich ganz besonders die Tatsache, dass die Natur die Zivilisation umschließt und nicht wie z.B. hier in Deutschland, die Zivilisation die Natur. In punkto Natur bin ich auch auf meine Kosten gekommen. Also, war auch das eine super Wahl!
Wie sah dein typischer Arbeitsalltag auf der Huskyfarm aus? Was waren deine Aufgaben?
Los ging der Tag mit dem Füttern der Hunde. Dies steht an oberster Stelle: »The Dogs eat first«, lautete die Devise. Danach wurde gemeinsam gefrühstückt. Nachdem man gestärkt war, ging es meistens los in den Wald, um Holz für den Winter zu sägen, zu spalten und zu stapeln. Manchmal mussten auch Arbeiten an den Hundehütten erledigt werden. Gegen 12 Uhr haben wir unser Mittagessen eingenommen. Davor gab es natürlich für die Hunde frisches Wasser und einen kleinen Snack. J Nach der Pause haben wir Arbeit auf dem Gelände verrichtet oder aber wir liefen mit Touristen und Hunden zum Fluss. Unsere Aufgabe bestand darin, die Hunde im Auge zu behalten. Abends wurde noch gemeinsam zu Abend gegessen. Je nach Plan musste man spülen helfen. Natürlich hat man ständig Hunde um sich herum. Es bleibt also auch ausgiebig Zeit für Streicheleinheiten.
Du hast in Kanada sicher viele tolle Erfahrungen gesammelt, aber gibt es ein Erlebnis, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Zwei Erlebnisse sind mir ganz besonders in Erinnerung geblieben: Nachdem ich vergeblich nach den Nordlichtern im Yukon Ausschau gehalten und nie Glück hatte, wurde ich dann genau an meinem letzten Abend belohnt. Darüber war ich sehr glücklich und zufrieden! Das zweite, sehr einprägsame Erlebnis war die Begegnung mit einem Grizzlybären auf der Fahrt vom Yukon nach Alaska. Faszinierend!
Unberührte Natur, unzählige Wälder und Seen und nur 30 000 Menschen. Wie hast du die Wildnis in Yukon erlebt? Wie war die Mentalität der Einheimischen?
Ich empfand die Menschen im Yukon als sehr hilfsbereit. Ich lernte über die Huskyfarm ein Pärchen kennen, das mich des Öfteren einfach mal so zum Essen eingeladen hat. Da gab es mal sogar Stachelschwein…
Untergebracht waren wir in einer kleinen Hütte, in der es keinen Strom oder fließend Wasser gab. Das fand ich mal interessant zu erleben, da man von zu Hause aus anderes gewohnt ist. Es gab in der Hütte insgesamt vier Zimmer, in denen Einheimische und auch freiwilllige Helfer gewohnt haben. So sind natürlich auch Freundschaften entstanden. Wir haben des Öfteren ein Lagerfeuer geschürt und haben zusammen gesessen.
Warum würdest du anderen das Programm Freiwilligenarbeit auf der Huskyfarm empfehlen? Welche Tipps würdest du ihnen mit auf den Weg geben?
Die Huskys sind einfach nur wundervoll. Jeder, der etwas Außergewöhnliches erleben will, ist hier definitiv richtig! Dazu kommt die wundervolle Natur, die Chance interessante Menschen kennenzulernen und die Freiheit, die der Yukon bietet. Meine Tipps für zukünftige Teilnehmer: Seid offen gegenüber allem Neuen! Habt ein Herz für Tiere und seid nicht pingelig (Luxus gibt es hier auf jeden Fall keinen, dessen muss man sich bewusst sein.). Ich denke, das Wichtigste ist einfach die Offenheit für alles Neue. Aber die, denke ich, hat man, wenn man so etwas Großartiges machen will.
Andreas, vielen Dank für das Gespräch.





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