Dank des Internets scheint die Welt in den letzten Jahren um einiges kleiner geworden zu sein. Und so ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass eine der populärsten Websites zum Thema Australien von Allmersbach im Tal, einem kleinen Ort in der Nähe von Stuttgart, betrieben wird. Seit 1997 versorgen Ingo Dreyer, Jörg Lenz und Roland Peyer als dlp software und reiseservice GmbH (dlp) das Portal www.australien-info.de mit täglichen News, Updates und Informationen rund um den fünften Kontinent.

Weltneugier: Logo der Website www.australien-info.de

Inzwischen gilt die Seite als einer der beliebtesten unabhängigen deutschsprachigen Internetplattformen zum Thema Australien, deren kostenloser 14-tägiger Newsletter regelmäßig rund 14000 Abonnenten erreicht. Die Weltneugier konnte Jörg Lenz, einen der Gründer und Betreiber, für ein Interview per E-Mail gewinnen.

Hallo Herr Lenz. Vielen Dank, dass Sie sich etwas Zeit für unsere Fragen genommen haben. Fangen wir also an. Erzählen Sie doch bitte zunächst etwas über sich und Ihren eigenen Werdegang.

Mit meiner Begeisterung für Australien und Neuseeland bin ich glücklicherweise nicht allein. Mir ging es wie vielen, die schon sich als Jugendlicher für „Down Under“ begeistern. Ich hatte mich zunächst mit dem „Kiwi-Virus“ angesteckt. Mit ungefähr zehn Jahren las ich im Ski Magazin einen Bericht über Skifahren auf der neuseeländischen Südinsel. Das hat mich enorm begeistert und ich wusste: Da will ich unbedingt mal hin. 1989 war ich dann zum ersten Mal in Neuseeland, erst zwei Jahre später folgte Australien. Dieser Aufenthalt sollte allerdings auch prägend sein: Ich lernte 1991 in Darwin meine Frau kennen. Sie war mit ihrer Schwester als Backpackerin in der gleichen Maschine von Singapur nach Darwin unterwegs. Gemeinsames Reisen auf engem Raum, wie beispielsweise im Wohnmobil, ist übrigens ein glänzender Stresstest. Da erfährt man, ob man wirklich zusammenpasst. Anfang der 1990er Jahre gab es noch keine Working Holidays. Dafür hatte ich die Gelegenheit als Reiseleiter Down Under aktiv zu sein, was ebenfalls einen ersten tiefen Einblick in den Arbeits-Alltag vor Ort brachte.

Ein paar Worte zum Team von australien-info.de und der Entstehung der Website.

Das Team von dlp formte sich 1992. Mit hatte ich schon einige Jahre im Reisebüro des ADAC zusammengearbeitet. Wir erarbeiteten individuelle Reiserouten für die ADAC-Mitglieder – auch für Australien und Neuseeland.

Herr Peyer war damals schon ein ausgewiesener USA-Experte, der die sehr erfolgreiche Veranstaltungsserie „USA for Beginners“ konzipierte. In entsprechenden Informationsabenden wurde das Basis-Wissen für eine Amerika-Reise vermittelt. Dieses Konzept wurde im Juli 1989 erstmals erfolgreich auf Neuseeland übertragen. Heute gibt es diese „Reiseplanungsseminare“ in diversen Volkshochschulen aber auch in stark komprimierter Form auf Reisemessen wie der CMT. Natürlich nicht mehr mit Dias und Wandkarten sondern längst laufend aktualisiert mit Animationen, Satellitenbildern, tagesaktuellen Grafiken über die Währungsentwicklung, Nachrichten, Insider-Tipps und vielen, vielen Querverweisen auf Informationsquellen im Internet. Infotainment wenn man so will. Diese Veranstaltungen sind ein intensives Konzentrat von dem was wir auf AUSTRALIEN-INFO.DE heute publizieren. Heute ist Herr Peyer nicht nur ebenfalls Australien-begeistert, er ist auch Chefredakteur unserer Schwesterdienste STOPOVER-INFO.DE und US-INFOS.DE. So erfährt der Working Holiday Maker zum Beispiel in Nachrichten von STOPOVER-INFO welche Fluglinien vorteilhafte Regelungen für diese Zielgruppe anbieten – wie erhöhtes Freigepäck oder besondere Ticketflexibilität.

Ingo Dreyer – das „d“ von dlp – ist der technische und organisatorische Kopf. Ohne sein enormes technisches Können, sein Gespür für Trends und Innovationen würde es AUSTRALIEN-INFO.DE nicht geben. Ingo Dreyer sorgt dafür dass sich unsere Dienste stets konzeptionell und technisch weiterentwickeln und er managt unsere zahlreichen Kooperationen. Gerade Working Holiday Maker schätzen beispielsweise die Möglichkeit kostenlos Broschüren über Australien zu bestellen. Man muss für ein erstes Reinschnuppern in Australien nicht gleich einen Reiseführer kaufen. Hinter dem Service steckt eine komplexe Logistik. Es ist einer der vielen Ideen die Ingo Dreyer möglich gemacht hat. Hinter der Website stecken diverse Datenbanken, die beispielsweise auch die Nachrichten auf unterschiedlichen Kanälen abrufbar machen.

Wie würden Sie das Ziel der Website heute kurz beschreiben?

Wir wollen Begegnungen zu Australien ermöglichen. Das scheint uns gelungen zu sein. Über unser Forum wurden Stammtische gegründet, wurden und werden Feste und Vorträge organisiert und es entstanden Freundschaften bis hin zu Partnerschaften. Wir informieren wo man in Deutschland australisch essen kann und über die Partner im Shop lässt sich auch australisches Bier und Vegemite organisieren. Vor dem WM-Spiel Deutschland-Australien haben wir z.B. eine Rundfrage nach Lieferfähigkeit und Preisen von australischem Bier gestartet.

Warum ausgerechnet Australien bzw. worin liegt der Reiz von „Down Under“ für Sie?

Australien ist für Deutsche, Österreicher und Schweizer das Traumziel Nummer eins – sei es für das Reisen oder auch für das Auswandern. Immer wieder verweisen wir dazu auf Studien in unserem Newsletter. Für diese Beliebtheit gibt es ja auch zahlreiche gute Gründe. Mit 20 habe ich auch sehr ernsthaft eine Auswanderung erwogen. Mit dem Mauerfall hat sich das etwas relativiert und je älter man wird, umso realistischer wird das Bild gerade von den eigenen Lieblingsländern. Schließlich beschäftigt man sich ja auch mit diesen nun schon über 25 Jahre intensiv.

Wer im Reisebüro oder bei einem Reiseveranstalter arbeitet, weiß das Australien und Neuseeland Reiseziele sind von denen nur ein sehr verschwindend kleiner Teil der Reisenden unzufrieden zurückkehrt. Reklamationen sind im weltweiten Vergleich gesehen eher selten. Die meisten Reisenden sind enorm begeistert. Also ich noch im Reisebüro gearbeitet habe, hat mich diese Begeisterung jedes Mal wieder selbst neu motiviert.

Das Teilen dieser Begeisterung ist etwas das auf AUSTRALIEN-INFO.DE täglich passiert. In unserem Forum finden sich seit 1998 Australien-Begeisterte und –Interessierte. Wir freuen uns sehr, dass dieses Forum als das ernsthafteste und seriöseste unter den deutschsprachigen Australien-Foren im Internet gilt. Das ist in erster Linie das Verdienst langjähriger Mitglieder die ausführliche und höchst sachkundige Texte verfassen. Nicht selten schreiben sie sogar während ihrer Australien-Reise in Internetcafes die aktuellsten Insider-Tipps, dazu zählen auch sehr erfahrene Reiseleiter von deutschen Reiseveranstaltern und den Fremdenverkehrsämtern. Wer eine gezielte Frage stellt, erhält in der Regel in kürzester Zeit kompetente und oft sehr detaillierte Antwort. Ein Beispiel: Da sucht auf unserem Forum jemand Informationen zur aktuellen Wegbeschaffenheit im Nordwesten Australiens und kaum 24 Stunden später liest man die Antwort von jemand der gerade im Internetcafe in Broome sitzt und darauf ausführlich antwortet. Da bin selbst immer wieder platt wie viel Engagement hier unsere Nutzer zeigen und wie viel Tipps da mittlerweile zusammen gekommen. Ein enormer Schatz an Wissen und Erfahrungen und wir sind dankbar dass wir diesen sammeln und teilen dürfen. Diese wertvollen Beiträge machen wir auch in einem Archiv verfügbar.

Wir von der Redaktion verfolgen die Diskussionen mit und aktualisieren und erweitern entsprechend des entdeckten Informationsbedarfs unsere Website. Eine der jüngsten Erweiterungen war so die Übersicht zu nützlichen iPhone Apps für Australien-Reisende.

Reisen Sie selber eigentlich noch häufig nach Australien?

Mental bin ich täglich in Australien. Vielleicht sogar intensiver „vor Ort“ als mancher der in Australien ist, weil nach der Reise ist immer wieder auch vor der Reise. Ich bin ständig dabei neue Inspiration auch für die nächste eigene Tour zu sammeln und bei Tour-Konzeptionen für andere mitzuwirken, beispielsweise für Volkshochschulen. Ich durfte Australien schon aus den unterschiedlichsten Gründen geschäftlich wie auch privat bereisen, kenne die Perspektive des Büroalltags vor Ort wie auch die eines Reiseleiters im Outback oder des Familienurlaubers mit Kindern. Im Freundeskreis ist eigentlich laufend jemand in Australien oder kurz vor der Abreise und erwartet natürlich entsprechende Unterstützung. Für die nächste Reise ist zwar das Flugticket noch nicht reserviert aber der „Wunschzettel“ schon recht voll.

Sie liefern fast täglich neue Infos vom fünften Kontinent. Wo beziehen Sie Ihre Informationen her bzw. wie groß ist diesbezüglich der Input Ihrer Leser?

Unser 14-tägiger Newsletter hat über 14.000 Leser, unser Forum Hunderte aktive Nutzer und auch unsere Facebook-Seite hat knapp 600 Fans. Uns erreichen täglich Nachrichten dieses „Australien-Fan-Clubs“. Wir erreichen eine Zielgruppe die man am ehesten als “die Planungsfreudigen” bezeichnen kann. Natürlich gibt es auch die spontanen „Schau-mr-mal“-Reisenden, aber denen dürfte AUSTRALIEN-INFO zu informativ sein.

Unter unseren Nutzern befinden sich auch viele Mitarbeiter in der Reiseindustrie bei Reisebüros, Reiseveranstaltern, Fluglinien, Fahrzeugvermietern und weiteren Dienstleistern aber auch Journalisten die aus Australien berichten. So kann man in unserem Newsletter immer wieder mal Hinweise auf Artikel von Urs Wälterlin (Canberra) oder Julica Jungehülsing (Sydney) und anderen lesen. Diese informieren uns freundlicherweise wenn Sie wieder eine interessante Story haben – und das haben sie erfreulicherweise oft. Julica Jungehülsing zählt auch zu den Buchautoren. Auch von diesen erhalten wir wiederum laufend Updates. Ein Beispiel ist Bianca de Loryn. Sie lebt in Cairns und hat kürzlich ein sehr lesenswertes Buch über den „Alltag in Australien“ veröffentlicht das ich gerade lese. Ein Werk, dass sehr hilft eine realistische Sicht für eine Auswanderung zu erhalten. Ganz anders als in den Doku-Dramas des Privatfernsehens in denen die wahre Geschichte von Auswanderern gar nicht gezeigt wird sondern „Scripted Reality“. Wir sind für diesen umfassenden Input aus den unterschiedlichsten Quellen sehr, sehr dankbar und versuchen ein möglichst ehrliches Bild über Australien zu vermitteln.

In einigen älteren Interviews und Presseartikeln haben Sie darauf hingewiesen, dass Sie mit der Website keine finanziellen Interessen verfolgen. Worüber finanziert sich das Portal bzw. wie sichern Sie die Unabhängigkeit der Website?

Wir wollen vor allem weiter unsere Vorstellung einer möglichst glaubwürdigen Informationsvermittlung umsetzen können. Dafür hat sich bislang das Konzept einer unabhängigen Informationsplattform am besten bewährt.

Heute ist AUSTRALIEN-INFO.DE mit seinen Schwesterdiensten weit mehr als nur die Website selbst. Egal ob über Twitter, Facebook oder den RSS-Feed des Newsletters oder unseres Forums: Unser ehrgeiziges Ziel ist es als seriöse Informationsquelle wahrgenommen zu werden, die sowohl Reisende wie auch die Mitarbeiter der Reiseindustrie wie aber auch Auswanderung-Interessierte und deutschsprachige in Australien bestmöglich informiert und auch untereinander vernetzt. Wenn man so will als „Wegweiser durch den Informationsdschungel“.

Um unsere vielen Serviceleistungen weiterhin kostenlos anbieten zu können, müssen wir diverse Erlöse erwirtschaften. Wir versuchen dabei immer eine möglichst nachhaltige Partnerschaft einzugehen und sind besonders dankbar, dass uns viele Werbepartner seit vielen Jahren die Treue halten. Dazu zählen Fremdenverkehrsämter, Reiseveranstalter, Reisebüros, Fluglinien usw. Aber auch wer unsere Besprechungen von Medien nutzt und dann bei Amazon bestellt, trägt ein wenig zum Erhalt unserer vielen kostenlosen Serviceleistungen bei.

Wir widmen uns auch Themen für die es verständlicherweise keine Werbepartner gibt, die aus unserer Sicht aber wichtig sind: Wer will schon auf Seiten seine Werbung platzieren die sich mit Buschfeuern, Zyklonen, Überschwemmungen oder Erdbeben beschäftigen. Auch giftige Tiere sind nicht Jedermanns Sache. All das gehört auch zu einem möglichst vollständigen Bild von Australien und wir vermitteln es ebenfalls.

Seit einigen Jahren ist Australien vor allem wegen des Working Holiday Visums ein beliebtes Reiseziel für junge Leute. Würden Sie sagen, dass dieser Trend weiterhin besteht oder denken Sie, dass diese Entwicklung eher rückläufig ist?

Australien und Neuseeland werden Trendziele für Working Holidays bleiben. Ich beobachte das ja auch weil es noch sieben Jahre dauert, dann gehört mein ältester Sohn auch schon zur Zielgruppe möglicher „Arbeitsurlauber“. Die Australier bewerben das ja auch recht schlau. So wurden ja die Gymnasiasten im Alter von 17 bis 19 heuer sehr zielbewusst vor dem Abi umworben bis hin zur Idee, dass doch Mama oder Papa den Flug unterstützen mögen – als Abi-Geschenk.

Die Australier wissen warum sie das tun: Die gut ausgebildeten und meist hoch motivierten Deutschen sind als temporäre Arbeiter beliebt. Sie gelten als fleißig und integrationswillig. Umgekehrt sind die Deutschen für Australien stark zu begeistern. Auf neudeutsch heißt das WinWin. Jetzt findet ja in Sydney am 29.11.2010 schon eine eigene Konferenz zu dem Thema statt. Der Markt mag nicht mehr rasant wachsen, was schon allein an den schrumpfenden Jahrgangsgrößen in Deutschland liegt, aber er wird sich gut weiterentwickeln. Dass der australische Dollar zur Zeit gegenüber dem Euro sehr stark ist, hat für Working Holidays zwei Seiten: Wer in Australien etwas verdient, bekommt vergleichsweise gutes Geld. Allerdings muss man ein kritisches Auge auf die Lebenshaltungskosten in Australien werfen. Die sind in den letzten Jahren gewaltig gestiegen, insbesondere bei den Kosten für das Wohnen. Die australische Immobilienblase, der stark überhitzte Häusermarkt ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die gesamte australische Wirtschaft – bis hin zu den Arbeitsplätzen für Working Holiday Maker. Wir berichten immer wieder über diese Aspekte, genauso wie über die starke Abhängigkeit der australischen Wirtschaft vom Rohstoffsektor. Saugt der weiterhin mit hohen Löhnen Arbeitskräfte unter anderem aus dem Tourismus ab, entstehen weitere Arbeitsplatzchancen für Working Holiday Maker. Ein komplexes Thema über das man ganze Diplomarbeiten schreiben könnte. Vielleicht ja eine Anregung für Wirtschaftsstudenten die dieses Interview hier gerade lesen…

Übrigens: Insider der Tourismus-Industrie wissen längst, dass Working Holiday Maker auch aus einem weiteren Grund hochinteressant sind: Wenn der Nachwuchs in Australien werkelt und reist, beginnen sich Mama und Papa oft auch für einen Trip nach Down Under zu interessieren.

Abschließend eine letzte Frage: Gibt es Pläne, Wünsche, Ziele für die nähere Zukunft von www.australien-info.de?

Wir wollen für möglichst viele Interessenten die Adresse Nummer eins bleiben oder werden, die sich für Australien interessieren. Eine Adresse, die sie gerne weiterempfehlen. Wenn uns unsere Nutzer als Zwischending zwischen Reisemagazinen (wie GEO Saison oder Abenteuer und Reisen) und Fachmedien der Reisebranche (wie TravelOne und fvw) sehen dann liegen wir richtig.

Ein Wunsch zum Schluss: Wenn Sie sich für Australien interessieren – auch gerade für Working Holidays – und den kostenlosen Newsletter von AUSTRALIEN-INFO.DE noch nicht abonniert haben, dann würden wir uns freuen Sie als Abonnent begrüßen zu dürfen. Die Anmeldung geht ganz einfach unter http://www.australien-info.de/newsletter.html

Vielen Dank!

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Erkundet und berichtet von: Weltneugier

Teil eines großen Ganzen, das es in kleinen, vor allem aber neugierigen Schritten zu erkunden gilt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

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1 Kommentar


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    [...] 2. August ein ausführliches Interview mit unserer Redaktion veröffentlicht haben. » http://www.stepin.de/weltneugier/interview-mit-joerg-lenz-einem-der-macher-von-www-australien-info-d... Auf diesem Blog teilte Gastautor Daniel Heinen mit Einträgen ab dem 20. Juli 2010 auch seine [...]