Markus Büssecker berichtet weiter fleißig aus Kanada und hat dieses Mal die Lebensmittelgewohnheiten der Kanadier unter die Lupe genommen: Um eines gleich vorwegzunehmen. Lebensmittel sind in Kanada teurer und das kann ganz schnell mal das Doppelte je nach Produkt sein. Also schlau sein und nach guten „Deals“ Ausschau halten…alles wird gut, solange man seine eigene Einkaufstasche und eine Liste dabei hat!

Pan-Amerikanische Obstkiste
Lebensmittel in Kanada kauft man in den großen Handelsketten und ihren Filialen. Ich bringe immer meine eigene Tasche mit. Damit falle ich als Öko-Yuppie schon aus der Reihe des typischen Einkäufers, denn der Massen-Plastik-Wahn hält Kanada immer noch im Griff. Und es gibt natürlich noch weitere Unterschiede.
Während in Deutschland immer wieder die Diskussion um Öffnungszeiten aufflackert, gibt man sich in Kanada ganz liberal. Bedeutet für mich, auch wenn ich was vergessen habe, kann ich hier 24 Stunden lang einkaufen.
Anfang meiner Tour ist die Obst- und Gemüsetheke. Die Produkte kommen in der Regel aus den USA, Mexiko oder Südamerika. Mit Bananen kann ich nichts falsch machen. Da kostet das Kilo aus biologischem Anbau etwa ein Euro. Äpfel gehen auch immer. Darüber hinaus wird es kniffelig. Gut, dass es heute zwei Päckchen kalifornische Erdbeeren für den Preis von einem gibt.
Alles Käse außer Cheddar
Weiter in die Käseabteilung. Wobei, so kann ich es gar nicht nennen. Eher müsste ich von der Cheddar-Abteilung sprechen. Das ist die einzige Sorte Käse, die in Kanada im großen Stil angeboten wird und erschwinglich ist. Dieser Hartkäse kommt in verschiedenen Reifegraden und wird eigentlich zu allem gegessen. Natürlich hätte ich nichts gegen ein Stück Gouda. Der ist auch vorrätig, in der Spezialitätenabteilung! Europa hat durchaus Exotenstatus inne. Da ich keinen Grund zum Feiern habe, lasse ich den Gouda Käse sein.
Nächster wichtiger Stopp: Wasserabteilung. Und hier kann ich nicht anders. Es muss zumindest ein bisschen Kohlensäure drin sein. Das hat seinen Preis. Ich bekomme 1 Liter für 1 Euro (= ca. 1,3 Kanadische Dollar und von daher gut zum Vergleich)). Wer noch nie Perrier oder Pellegrino getrunken hat, bitte sehr!
Zwar bieten einige Märkte Eigenmarken an, allerdings ist „carbonated water“ fest in der Hand der Minerwalwassergranden aus Italien und Frankreich.
Bayern ist überall
Langsam aber stetig füllt sich mein Einkaufswagen und sieht auf den ersten Blick gar nicht anders aus als in der Heimat. Wenn, ja wenn da nicht der schwere Gang zur Brotabteilung wäre. Brot gibt es in Kanada nämlich nicht. Also Brot, wie ich es kenne zumindest. Es gibt hier zu 90% das typische Sandwichtoastbrot, was ganz nett, aber auf Dauer doch zu labberig ist. Die anderen 10% sind ein hart umkämpfter Markt an Alternativen. Deren Rezeptur kommt angeblich aus Bayern (woher auch sonst) und tragen den schwungvollen Herstellernamen Rudolphs oder Dimpflmeyer. Dahinter verbirgt sich ein einfaches Weißbrot (ich habe auch schon mal Roggen erspäht). Im Land der begrenzten (Brot)-Möglichkeiten ist das durchaus einen Dollar mehr wert. Schließlich gibt es nicht alle Tage ein „Würziges Landbrot nach Alpenländer Art“.
Ich habe fertig.  Am Ende bezahle ich um die 100 CAD / 70 Euro und bekomme meine Einkaufstaschen gefüllt. Jetzt habe ich zwar ein kleines Loch im Geldbeutel, aber zumindest keines im Bauch.






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