Ein Moment, der die Seele berührt – Ein Interview mit Volunteer Johanna Neuhaus

20
Jul

Namibia war für Johanna Neuhaus aus dem nordrheinwestfälischen Datteln für drei Monate der Lebensmittelpunkt. Als freiwillige Helferin unterstützte sie die dort ansässige familiengeführte Tierschutzfarm »Arche Noah«. Ein Gespräch über einzigartige Erfahrungen inmitten der afrikanischen Savanne.
Freiwilligenarbeit Namibia - Tierschutzprojekt Arche Noah

Stepin: Warum hast du dich dazu entschieden, an dem Tierschutzprojekt in Namibia teilzunehmen?

Johanna Neuhaus: Ich habe mich dazu entschieden, an dem Tierschutzprojekt in Namibia teilzunehmen, da ich vor einiger Zeit schon einmal auf einer Safari in Afrika war, wodurch mein Interesse an den wilden Tieren dieses Kontinents und an den afrikanischen Kulturen geweckt wurde. Deshalb habe ich mich für die Wildtierfarm in Namibia entschieden. Ich habe gerade meine Schulausbildung beendet und wollte meine Freizeit nutzen, mal aus dem normalen Leben zu verschwinden und neue Erfahrungen in einem mir unbekannten Umfeld zu sammeln, was ich mit dieser Reise auf jeden Fall erreicht habe!Freiwilligenarbeit Namibia - Tierschutzprojekt Arche Noah

Beschreibe doch mal einen typischen Tag von dir. Was waren deine Aufgaben? 

Von Anfang an war die Farm ein toller Ort, an dem alle Anwesenden zusammen-arbeiten, um den dort lebenden Tieren zu helfen. Man fühlt sich wie eine Familie, auch wenn diese manchmal aus mehr als 40 Leuten bestand, aber man baut zu jedem dieser Menschen eine Beziehung auf, egal aus welchem Land sie kommen oder wie alt sie sind.

Morgens, nach dem gemeinsamen Frühstück, wird allen Freiwilligen verkündet, welche Arbeiten an diesem Tag anstehen. Es gibt vier verschiedene Gruppen, die sich um verschiedene Tiere kümmern. In diesen Gruppen wird dann entschieden, wer welche Arbeiten machen will. Es gibt eine große Auswahl, z.B. Farmarbeit, Futterzubereitung und Fütterung der Tiere, Spaziergänge mit Pavianen oder die Pflege der Tiere, weshalb man viel Abwechslung hat und nicht jeden Tag das Gleiche macht.Freiwilligenarbeit Namibia - Tierschutzprojekt Arche Noah

Den Vormittag verbringt man dann mit den jeweiligen Aufgaben. Gegen Mittag wird dann wieder gemeinsam gegessen und danach hat man ein paar Stunden Freizeit. Diese kann man mit den Tieren verbringen, z.B. kann man sich für ein Nickerchen zu Geparden legen oder mit Pavian-Babys spielen! Bei einem Treffen am Nachmittag werden dann wie am Morgen wieder Aktivitäten vergeben, die man dann bis zum Abend ausführt. Wenn dann alle Tiere versorgt sind und es keine Arbeiten mehr gibt, macht man sich auf den Weg zum Abendessen, wo man sich noch ein wenig über seine Erlebnisse austauschen kann. Aber durch die ganze Arbeit auf der Farm ist man meistens so müde, dass man schon früh in sein Bett fällt, erschöpft aber zufrieden.Freiwilligenarbeit Namibia - Tierschutzprojekt Arche NoahWas nimmst du an Erfahrungen als Volunteer mit nach Hause?

Ich habe wirklich viele Erfahrungen gesammelt, da jeder Tag einzigartig war.

Wir lebten nach Sonnenauf- und Sonnenuntergang, verbrachten den ganzen Tag mit den verschiedensten Tieren, die man sonst nur im Zoo sieht, und abends saß man unter dem schönsten und weitesten Sternenhimmel, den man je gesehen hat.

Man kann nicht sagen, dass es »den einen« schönen Moment gab, denn es gab unzählige unvergessliche Momente.

Es ist unbeschreiblich, wenn man sich zu den Tieren setzt und diese auf einen zuommen, sich zu einem legen und einfach nur entspannen, als ob sie dich schon seit langer Zeit kennen. Dieses Vertrauen zwischen Mensch und Tier ist wirklich ein Moment, der die Seele berührt!Freiwilligenarbeit Namibia - Tierschutzprojekt Arche Noah

Welchen Moment wirst du nie vergessen?

Was ich wohl am meisten vermisse ist das Gebrüll der Löwen. Egal ob man morgens aufwacht oder sich abends schlafen legt, zu beiden Tageszeiten hört man diese mächtigen Tiere so laut brüllen als ob sie direkt neben einem sitzen – das ist ein atemberaubendes Gefühl! Dadurch fühlt sich so weit weg von der modernen Welt, tief in der Wildnis Afrikas. Ich denke, dass die Farm viele Tierleben rettet, aber sie hilft auch vielen Menschen. Durch die hohe Verantwortung für die Tiere fängt man an sich Gedanken darüber zu machen, welchen Weg man im Leben gehen will und wo die eigenen Prioritäten liegen. Man kann dort wirklich helfen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Johanna, wir danken dir für das Gespräch.

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Getreu dem Motto "Hör nie auf, neugierig zu sein!" vermittelt Stepin seit 1997 erfolgreich weltweit Auslandsaufenthalte für junge Menschen.

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