Unsere Themenwoche „Ausgehen, Essen und Trinken“ neigt sich dem Ende entgegen. Nachdem wir bereits über die Ausgehmöglichkeiten in Tokyos Szeneviertel Shibuya berichtet und einen Gastbeitrag über die Möglichkeiten eines Luft-Cocktails erhalten haben, fehlt zum Höhepunkt der Woche der kulinarische Leckerbissen.
Aber freut Euch nicht zu früh, denn ein solcher Beitrag kann auch ganz anders aussehen. Anstatt sich über Köstlichkeiten zu informieren, die uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, haben wir uns auf die etwas andere Suche begeben.
Die nachfolgenden fünf Gerichte, wenn man Sie denn so nennen darf, haben im Herkunftsland oft eine angesehene Bedeutung und werden als Spezialitäten verkauft. Bei vielen von uns dreht sich schon allein beim Gedanken der Magen um.
Rotten Shark – vergammelter Hai
Die aus Island stammende Kreation bedarf einer genauen Kenntnis und einer langen Vorlaufzeit. Der Eishai oder Grönlandhai, der als Grundlage dient, ist giftig und muss zunächst vier bis sechs Wochen in Dunkelheit vor sich hin gammeln. Die Giftstoffe treten bei diesem Prozess langsam aus dem Körper, was einen mehr als unangenehmen Geruch verbreitet.
Nach diesem „Reifungsprozess“ muss der Fisch weitere vier bis sechs Monate an der frischen Luft getrocknet werden, was den stechenden Geruch keinesfalls mindert.
Hält man sich an die Prozedur, wird der Hai angeblich zu einer Spezialität, die in kleinen, mundgerechten Stücken serviert wird.
Hundertjährige Eier
Es dauert zwar keine hundert Jahre, aber auch dieses eher merkwürdige Gericht aus Asien bedarf einer längeren Vorbereitung. In einer Mischung aus Lehm, Asche, Salz, Kalk und Reisstroh werden Hühner- oder Enteneier mehrere Wochen gelagert. Dabei verändert sich Farbe, Konsistenz und Geschmack.
Während sich das Eiweiß in eine transparente, braune, gelatineartige Substanz umwandelt, erlangt das Eigelb einen cremigen Zustand und färbt sich dunkelgrün bis schwarz.
Das fertige Produkt erhält einen strengen, käseartigen Geschmack und wird in unterschiedlichster Form serviert. Manchmal pur als Vorspeise, aber auch kleingehackt dem Reis beigemischt oder als Beilage zu diversen Gerichten.
Durian – Stinkfrucht
Der penetrante Geruch dieser Frucht ist so stark, dass die Mitnahme und der Verzehr in vielen Hotels, öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln in Südostasien verboten wurden.
Äußerlich erkennt man den Reifezustand oft nur schwer und es entstehen die wildesten Diskussionen zwischen Käufern und Verkäufern. Trotz allem ist Durian eine sehr begehrte Delikatesse und fast überall in Südostasien erhältlich.
Wenn man es dann geschafft hat die Frucht zu öffnen – erweist sich immer wieder als schwieriges Unterfangen – stößt man auf gelbes Fruchtfleisch, welches einem frischen Hefeteig ähnelt. Die Ähnlichkeit beruht nicht nur auf dem Anblick, auch Konsistenz und Geschmack haben gewisse Parallelen. Wie bei einem Hefeteig kann die vermehrte Zunahme zu Durchfall, Blähungen und Übelkeit führen.
Balut – Angebrütete Enteneier
Eine weitere Kreation aus Südostasien ist Balut. Auch hierbei handelt es sich um Enteneier, aus denen auf den Philippinen eine Delikatesse entstanden ist. Um den richtigen Zustand der Eier zu erhalten, werden diese 14 Tage lang angebrütet (gesamte Brutzeit beträgt normalerweise 28 Tage). Die Embryos müssen vollständig mit Augen und kleinen Knöchelchen entwickelt sein, dürfen aber noch keinen festen Schnabel und kein Federkleid besitzen.
Bevor die Eier auf den Markt kommen, werden sie noch ca. 20 Minuten gekocht. Die Vorstellung dieses halb entwickelten, gekochten Embryos schreckt die meisten Europäer eher ab. Deswegen wird empfohlen, sich nicht so genau anzuschauen, was man da vor sich hat. Das Entscheidende ist nämlich der Geschmack und die angeblich potenzsteigernde Wirkung.
Haggis
Aber nicht nur die Asiaten kommen auf verrückte Ideen. Ein sehr gutes Beispiel ist Haggis, eine schottische Spezialität. Hier werden Herz, Leber, Lunge und Nierenfett eines Schafes zusammen mit Zwiebeln und Hafermehl in dessen Magen gefüllt. Klingt nicht gerade appetitlich, aber mit Pfeffer scharf gewürzt und einer Konsistenz etwas schwerer als Wurst, scheint es bei den Schotten sehr beliebt. Es geht sogar soweit, dass man Haggis als Fast-Food in schottischen Chip-Shops mit Pommes Frites serviert bekommt. Traditionell gehören Rüben und Kartoffeln dazu.
Erfunden wurde Haggis, um die schnell verderblichen Innereien eines Tieres nach einer Schlachtung für längere Zeit haltbar zu machen. Klein gehackt, gewürzt und gekocht wurden Sie in einen Magen oder Darm als Schutzhülle gefüllt.







uuuu, das klingt einfach entsetzlich Diese können nur meinen Appetit verderben
huch, was sind denn das für delikatessen… lustige Sache!
Hallo,
ja wenn ich an Harzer Roller oder ähnliche Spezialitäten denke, muss man ja feststellen, dass es auch in Deutschland Gerichte gibt, die, sagen wir mal, die Geruchsnerven schon arg strapazieren.
An die “Hundertjährigen Eier” (obwohl – ich kenne sie als “Tausendjährige Eier”) habe ich mich noch nicht herangetraut, obwohl meine Frau (aus Thailand) sie als gut empfindet.
Aber Durian, die Stinkfrucht, schmeckt gut. In der Tat, der Geruch ist wirklich übel, der Geschmack aber ist exotisch gut. Ich kann ihn allerdings nicht genau beschreiben.
Wer in Asien ist, sollte sich einfach überwinden und die Durian einmal probieren. Sie schmeckt wirklich gut – allerdings wie im Bericht schon erwähnt – zuviel ist dann wieder nicht so gut.
Übrigens kann man Durian auch in Deutschland kaufen. In jedem gut sortierten Asiengeschäft sollten sie zu erwerben sein.
Keine Angst, hier stinken sie nicht (oder nur ganz wenig). Die Durians – eigentlich nur Kerne mit Fruchtfleisch- sind nämlich nur tiefgefroren erhältlich.
Guten Appetit
Volker
Hallo, ich weiß nicht wie man so etwas essen kann, und dann noch eine Delikatesse. Gruß Peter