Im ersten Teil unserer kleinen Artikelserie: Backpacker konnten wir feststellen, dass die genannte Gruppe eine wichtige Rolle für den australischen Tourismus spielt.

Mit dem vorliegenden zweiten Teil möchten wir uns im Folgenden die Rucksacktouristen etwas genauer anschauen.  Der erste Eindruck? Sie scheinen – trotz der hier vorgenommenen idealtypischen Verkürzung – ein Glücksfall für den fünften Kontinent, eigentlich für jedes Land zu sein. Wer also sind diese Backpacker und wodurch zeichnen sie sich aus?



Sie sind jung, gut ausgebildet, neugierig auf die Welt und wollen die jeweilige Kultur kennenlernen. Die deutsche Anthropologin Jana Binder hat mit ihrer Doktorarbeit “Globality: eine Ethnographie über Backpacker” das Reiseverhalten der Rucksacktouristen eingehend untersucht und beschreibt diesbezüglich die folgenden Merkmale als charakteristisch:

  • Spontane Flexibilität der Backpacker, die – im Gegensatz zum Massentourismus – möglichst große Entfernungen bzw. viele Grenzen überschreiten wollen (go wherever you want).
  • Eng daran gekoppelt sind auch das Empfinden der Reise als spontane Freiheit (take your time), die im Kontrast zum zweckbestimmten Alltag steht (go with the flow) und durch das äußere Erscheinungsbild (braun gebrannte Körper mit beanspruchter Reisekleidung) den physischen Abenteuer-Charakter der Reise unterstreichen (feel it, show it).
  • Das äußere Erscheinungsbild und das Ziel, möglichst low-budget zu reisen, sollen die Abkehr vom westlich-materialistischen Lebensstil ausdrücken (be less materialistic).

Dr. Mark Hampton von der Universität Kent geht sogar noch einen Schritt weiter: Rucksacktourismus, so Hampton in seinem Vortrag “Responsible Backpacker Tourism” (2009), spiele bei fairen Verteilung des touristischen Einkommens eine gewichtigere Rolle als jede Form des herkömmlichen Massentourismus. Während letztgenannter lediglich 30% des umgesetzten Geldes im Land lasse, kommen die Backpacker in diesem Bereich auf durchschnittlich 70%. Hampton sieht diesen Umstand vor allem in den folgenden Punkten begründet:

  • Backpacker kaufen wesentlich häufiger lokale Produkte bzw. schlafen in billigen Unterkünften, die hauptsächlich aus lokal produzierten Materialien bestehen.
  • Im Gegensatz zum Massentourismus erreichen sie weiterhin auch Regionen, die von Großveranstaltern wegen fehlender Infrastruktur und aufwendiger Anreise selten oder nie bereist werden.
  • Schließlich verbringen sie wesentlich mehr Zeit im jeweiligen Land als die herkömmlichen Touristen.

Also, alles gut mit dem Rucksack? Wohl kaum. Denn wie heißt es  so schön: Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Und eben um diesen wird es im dritten Teil der Serie gehen.

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Erkundet und berichtet von: Weltneugier

Teil eines großen Ganzen, das es in kleinen, vor allem aber neugierigen Schritten zu erkunden gilt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

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    [...] am Ende des letzten Artikels unserer kleinen Serie Backpacker angekündigt, widmet sich die Weltneugier mit dem heutigen dritten [...]