Um die Tragweite und Größe einer Veranstaltung wie der Fußball-Weltmeisterschaft zu verstehen, sind einige Faktoren zu berücksichtigen. Daher betrachtet der erste Teil unserer Artikelserie: Ke Nako – Südafrika und die WM 2010 zunächst den Aspekt der zunehmenden politischen und ökonomischen Relevanz solcher sportlichen Großveranstaltungen.
Eine kurze Geschichte sportlicher Großveranstaltungen nach der Apartheid
Sportliche Mega-Events wie die Fifa WM zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie ein großes internationales Interesse hervorrufen, hohe Zuschauerzahlen garantieren und vor allem über lukrative Unternehmensinvestitionen- und -erträge verfügen können. Kurzum, es sind globale Medienereignisse mit erheblicher ökonomischer Bedeutung inner- und außerhalb des Sportsektors, die aufgrund dieser Faktoren für viele Länder und Städte interessant sind. Dies trifft besonders auf das Großturnier der Fifa zu, das – noch vor den Olympischen Spielen – in Bezug auf Zuschauerzahlen und Einnahmen die größte Veranstaltung dieser Art darstellt.
Im Falle Südafrikas kann man die WM vor diesem Hintergrund als Höhepunkt einer erweiterten politischen Strategie verstehen, mit der die Attraktivität des Landes als Urlaubsziel zu erhöht und ausländische Direktinvestitionen gewonnen werden sollen. Denn ein Blick in die jüngere Geschichte des Landes zeigt, dass man sich nach dem Ende der Apartheid um eine ganze Reihe von internationalen Sportveranstaltungen bemüht – und vor allem auch ohne signifikante Probleme durchgeführt hat. Im Detail:
- 1995 Rugby-WM
- 1996 Africa Cup of Nations (Fußball)
- 1999 Panafrikanische Spiele
- 2003 Cricket-Weltmeisterschaft
- 2003 Golf-Weltmeisterschaft der Damen
- 2009 Fifa Confederations Cup
- 2010 Fifa Fußball-Weltmeisterschaft
Zu erwähnen ist hier sicherlich auch die Bewerbung Kapstadts als Austragungsort der Olympischen Spiele 2004. Zwar blieb diese zunächst erfolglos, hat aber scheinbar bereits einen Nachfolger in Durban für die Spiele 2020 gefunden. Die WM 2010 verkörpert somit tatsächlich einen Höhepunkt dieser politischen Bestrebungen. Vor diesem Hintergrund soll im zweiten Teil von Ke Nako auf die lange nicht unproblematische Beziehung zwischen Sport und Politik in Südafrika eingegangen werden.






