Rückhalt bieten, Freiheit zulassen
Wie Eltern die Auslandszeit ihrer Kinder erleben
Ein Aufenthalt an einer ausländischen Schule ist eine aufregende Sache: Und das nicht nur für den Schüler, der sein gewohntes Umfeld für ein paar Monate verlässt. Auch die Eltern sind in dieser Zeit gefordert: Geht es meinem Kind in der Ferne gut? Kommt es an der neuen Schule klar? Wie wohl fühlt es sich in seiner Gastfamilie? Der Grat zwischen Fürsorge und Loslassen, Freude und Trennungsschmerz ist oft schmal.
Drei Mütter und ein Vater berichten Stepin, wie sie den Schulaufenthalt ihrer Kinder erlebt haben:
- Frau Briest - ihre Tochter Marlina ist zur Zeit des Gesprächs noch in Schweden
- Frau Dreßen - ihre Tochter Johanna war in den USA
- Frau Heldmann - ihre Tochter Franziska ist nach Australien gegangen
- Herr Seemann - sein Sohn Manuel hat als Austauschschüler Neuseeland kennen gelernt, seine Tochter war vorher bereits mit Stepin in Kanada.
Interview mit Frau Briest
Stepin: Welche Erwartungen haben Sie mit dem Auslandsaufenthalt Ihres Kindes verbunden?
Frau Briest: Wir haben uns gewünscht, dass Marlina Auslandserfahrung sammelt, eine andere Art zu leben kennen und ihre Sprachkenntnisse ausbaut.
Stepin: Von wem kam der Anstoß zum Auslandsaufenthalt?
Frau Briest: Unsere Tochter hat die Entscheidung getroffen, wir haben sie bei ihrem Vorhaben gerne unterstützt.
Stepin: Was haben Sie dann gemacht, wie sich informiert?
Frau Briest: Marlina hatte sich bereits seit einiger Zeit aktiv umgehört, im Internet ist sie dann auf das Angebot von Stepin gestoßen.
Stepin: Warum ist die Wahl auf Stepin gefallen?
Frau Briest: Wir waren von der Qualität der Beratung sehr angetan, man hat richtig gemerkt, dass das Team sich richtig gut auskennt.
Stepin: Welche Bedenken hatten Sie vor dem Aufenthalt?
Frau Briest: Wir hatten eigentlich keine echten Bedenken – Marlina ist sehr selbstständig und kannte Schweden bereits von mehreren Urlaubsreisen. Zudem hatte sie bereits während eines Kurz-Austauschs in Spanien gezeigt, dass sie auch in einer ungewohnten Umgebung gut klar kommt.
Für Marlina ist Schweden immer schon ein Traumziel gewesen. Sie hat viele schwedische Kinderbücher und Literatur über Schweden gelesen. Darüber hinaus war es ihr sehr wichtig, eine Sprache zu lernen, die nicht zum Standard-Fremdsprachenprogramm einer deutschen Schule zählt.
Stepin: Haben Sie vor der Ausreise mit der Gastfamilie Kontakt aufgenommen?
Frau Briest: Wir haben zwei Wochen vor Ausreise unserer Tochter erfahren, wo sie ihre Zeit in Schweden verbringen wird: Auf einer Farm in der Nähe von Örebrö. Zunächst war Marlina ein wenig geschockt darüber, dass sie in einem so kleinen Ort wohnen würde das ist aber ganz schnell wieder vergangen und sie hat sich dann sehr darauf gefreut, das Landleben und das 'echte' Schweden kennen zu lernen. Die Familie hat uns Fotos gemailt und sich vorgestellt, das hat uns ein Gefühl der Sicherheit gegeben.
Stepin: Sind Sie als ganze Familie in den Prozess einbezogen gewesen?
Frau Briest: Ja, am aktivsten war natürlich Marlina, doch wir Eltern fanden es gut, dass wir beispielsweise in dem Elternseminar die Möglichkeit hatten, uns mit anderen Schülern und Eltern auszutauschen und viel über den Aufenthalt an einer ausländischen Schule zu erfahren.
Stepin: Wie war der Start Ihres Kindes im Gastland?
Frau Briest: Marlina hat sich eigentlich gleich wohl gefühlt, die Gastfamilie hat sie sehr herzlich aufgenommen und sie hat sich schnell zurechtgefunden.
Stepin: Was hat Ihrem Kind besonders gut gefallen?
Frau Briest: Die Gasteltern pflegen schwedische Traditionen wie etwa die Feiern zum Santa Lucia Fest. Weihnachten in Schweden fand Marlina klasse, es hat sie an die Astrid-Lindgren-Kinderbücher erinnert.
Sie ist auch sehr glücklich darüber, dass sich ihre Schwedischkenntnisse so gut entwickelt haben – manchmal wird sie sogar schon in Gesprächen für eine Schwedin gehalten.
Stepin: Woran hat sich Ihr Kind erst gewöhnen müssen?
Frau Briest: Dass es ab Oktober so früh dunkel wird, hat ihr anfangs schwer zugesetzt. Aber auch hier hat die Familie sich sehr um sie bemüht, ihr viele Aktivitäten angeboten.
Stepin: Wie beurteilt Ihr Kind seine Gastfamilie? Fühlt es sich dort wohl?
Frau Briest: Sie fühlt sich wie ein Familienmitglied, mit ihren Gasteltern und dem gleichaltrigen Gastbruder kommt sie sehr gut aus. Sie binden sie in alle Familienaktivitäten wie etwa Skifahren oder die Elchjagd ein.
Stepin: Welche Beziehungen und Freundschaften haben sich entwickelt?
Frau Briest: Marlina hat bereits einen schönen Freundeskreis aufgebaut, ihre Mitschüler haben sich von Anfang an sehr darum bemüht, dass sie sich in Schweden wohlfühlt (in Schweden).
Stepin: Wie ist Ihr Kind mit dem Schulsystem zurechtgekommen? Was ist anders als in Deutschland? Was hat Ihr Kind nachhaltig beeindruckt?
Frau Briest: Sie findet ihre Schule klasse. Zum einen sind die Klassen in der Oberstufe klein, zum anderen ist das Verhältnis zu den Lehrern kameradschaftlicher – was nicht bedeutet, dass auf Leistung weniger Wert gelegt wird. Ihr ist aufgefallen, dass die Schüler pfleglich mit der Ausstattung an der Schule umgehen - so sorgt beispielsweise jeder dafür, dass an den 'Knäckebrot-Stationen', an denen sich die Kinder kostenlos mit Milch und Knäckebrot versorgen können, alles sauber ist und mit dem Essen kein Unsinn gemacht wird.
Stepin: Wie lange hat es gedauert, bis Ihr Kind in dem neuen Land „angekommen“ ist? Gab es Stimmungsschwankungen (Phasen unterschiedlicher emotionaler Befindlichkeit)?
Frau Briest: Marlina hat sich eigentlich gleich wohlgefühlt. Sicher hatte sie auch mal Heimweh – besonders schlimm war dies, als die dunkle Jahreszeit im Oktober begann. Das hat aber nichts daran geändert, dass sie ihren Aufenthalt in Schweden genießt.
Interview mit Frau Dreßen
Stepin: Von wem kam der Anstoß zum Auslandsaufenthalt?
Frau Dreßen: Meine Tochter hatte den Wunsch geäußert, eine Zeitlang in den USA zu leben und so den American Way of Life kennen zu lernen. Mein Mann und ich haben das gerne unterstützt. Ich arbeite in einem internationalen Unternehmen und weiß, wie wichtig sehr gute Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen für die berufliche Weiterentwicklung sind.
Stepin: Was haben Sie dann getan, wie sich informiert?
Frau Dreßen: Wir haben Bücher rund ums Thema Schulaufenthalt in den USA gelesen, Johanna fand viele interessante Informationen im Stepin-Internetforum. Auch in den Beratungsgesprächen und Vorbereitungsseminaren bekamen wir viele Tipps und Informationen.
Stepin: Warum ist Ihre Wahl auf Stepin gefallen?
Frau Dreßen: Stepin ist uns bereits vor längerem auf Messen aufgefallen. Uns gefiel die persönliche Ansprache und Beratung sehr gut, wir hatten das Gefühl, dass die Mitarbeiter wirklich aus eigener Erfahrung wissen, worauf es ankommt und uns ehrlich und kompetent beraten.
Stepin: Welche Bedenken hatten Sie vor dem Aufenthalt?
Frau Dreßen: Meine Tochter war bereits im Vorjahr für einige Wochen in den USA, daher wussten wir, dass sie dort gut klarkommt, unsere Bedenken hielten sich deshalb Grenzen. Sicher ist das Gefühl 'sie ist jetzt erst mal weg' gewöhnungsbedürftig – wir haben jedoch schnell gemerkt, dass sich Johanna sehr rasch eingelebt hat und auch mit ganz neuen Situationen souverän umgeht.
Stepin: Haben Sie sich gleich für das Land entschieden, in das Ihr Kind gereist ist, oder hat sich dies erst in der Beratung ergeben?
Frau Dreßen: Die USA war eines der Wunschziele Johannas – und im Beratungsgespräch wurde uns schnell klar, dass dies für sie wirklich das richtige Gastland ist.
Stepin: Was haben Sie gedacht, als Sie erfuhren, dass Ihre Tochter auf einer Farm in Minnesota leben wird?
Frau Dreßen: Einen Augenblick lang war ich unsicher. Aber Johanna hat sich so über die Platzierung gefreut, dass sie mich mit ihrer Begeisterung mitgerissen hat. Ihr war es wichtig, in eine ganz andere Welt einzutauchen und den echten American Way of Life in einer Familie kennen zu lernen.
Stepin: Haben Sie bereits vor der Ausreise Ihrer Tochter mit der Gastfamilie Kontakt aufgenommen?
Frau Dreßen: Die Familie hat uns vor Johannas Ausreise Fotos geschickt und sich vorgestellt. Das war sehr beruhigend.
Stepin: Wie war Johannas Start in den USA?
Frau Dreßen: Die Gastfamilie hat sehr dazu beigetragen, dass sich Johanna so schnell einleben konnte. Schon bei Ihrer Ankunft hat sie diese Herzlichkeit erfahren: Ihre Gastfamilie begrüßte sie mit einem riesigen Willkommensbanner. Sie ist eigentlich direkt in ihrem Gastland 'angekommen'.
Stepin: Woran hat sich ihre Tochter erst gewöhnen müssen?
Frau Dreßen: Das Leben spielte sich überwiegend in der Schule und auf der Farm ab. Johanna hat viele Dinge über das Leben auf dem Land und den amerikanischen Lifestyle gelernt. Für sie eine wertvolle Erfahrung, die sie sehr genossen hat.
Stepin: Was hat Sie bei der Gastfamilie beeindruckt?
Frau Dreßen: Ihre Gasteltern und -geschwister führen ein relativ einfaches Leben, viele der Lebensmittel, die die Familie beim Kochen verwendet, kommen aus eigenem Anbau. Obwohl die Familie nur über ein begrenztes Budget verfügt, haben sie mit Johanna eine Reise nach Memphis unternommen und alles getan, um ihren Aufenthalt so schön wie möglich zu gestalten.
Das Credo der Gastfamilie: Wir holen uns die Welt in die Sicherheit und Behaglichkeit unserer eigenen vier Wände.
Stepin: Welche Beziehungen und Freundschaften haben sich entwickelt?
Frau Dreßen: Johanna hat viele neue Freundschaften geschlossen, auch den Kontakt zur Gastfamilie pflegt sie weiterhin. Vielleicht besucht uns die Familie auch bald in Deutschland.
Stepin: Wie ist Ihr Kind mit dem Schulsystem zurechtgekommen? Was war anders als in Deutschland? Was hat Ihr Kind nachhaltig beeindruckt?
Frau Dreßen: Das Unterrichtsniveau war – besonders in den Fächern Mathematik und Physik – hoch. Johanna hat sich nach dem Aufenthalt dazu entschlossen, Physik als Leistungsfach zu nehmen. Den Unterricht in den USA hat sie als sehr praxisnah und anschaulich wahrgenommen. Sie fand es toll, dass die Lehrer immer für ihre Schüler ansprechbar sind und sie sich mit Fragen auch außerhalb der Unterrichtszeiten an sie wenden konnte.
Ihre Englischkenntnisse haben sich sehr schnell verbessert – sie hielt nach einer Weile sogar in Grundschulen Vorträge über Deutschland.
Auch der Zusammenhalt der Schüler und die vielen gemeinsamen Aktivitäten haben ihr sehr gut gefallen: Am Freitag Abend gehen die Schülerinnen und Schüler ihrer High School nicht in die Disco, sondern fahren gemeinsam zu den Turnieren, die ihre High School-Sportteams austragen, und feuern diese an.
Stepin: Wie beurteilen Sie die Entwicklung Ihres Kindes?
Frau Dreßen: Johanna ist noch selbstständiger und selbstbewusster geworden. Sie reflektiert ihr Leben in Deutschland stärker als vorher, hat ganz neue Perspektiven gewonnen.
Stepin: Wie hat sie sich in Deutschland wieder eingelebt?
Frau Dreßen: Das ging ganz schnell – in ihren Freundeskreis ist sie praktisch 'nahtlos' wieder integriert worden. In der Schule musste sie sich zwar durch ihren verspäteten Eintritt in die Oberstufe daran gewöhnen, nicht mehr in ihre alte Klasse zurückzukommen, aber sie ist damit sehr souverän umgegangen.
Stepin: Wie ist Ihre Tochter nach ihrer Rückkehr aus den USA in der Schule zurechtgekommen?
Frau Dreßen: In Fächern wie Mathematik oder Physik gab es keine Probleme, im Englischunterricht kommt sie prima klar. Allerdings hatte sie in den USA keinen Französischunterricht, da muss sie einiges aufholen.
Stepin: Würden Sie die Entscheidung noch einmal so treffen?
Frau Dreßen: Auf jeden Fall – ein Schulaufenthalt im Ausland ist eine wertvolle Erfahrung und eine gute Grundlage für das berufliche Weiterkommen.
Interview mit Frau Heldmann
Stepin: Welche Erwartungen haben Sie mit dem Auslandsaufenthalt Ihres Kindes verbunden?
Frau Heldmann: Unsere Tochter interessiert sich für eine Karriere als Fluglotsin. Dafür braucht man sehr gute Englischkenntnisse. Da bot sich der Schulaufenthalt in einem englischsprachigen Land an.
Stepin: Von wem kam der Anstoß zum Auslandsaufenthalt?
Frau Heldmann: Der Bruder einer Freundin war im Ausland und hat dort tolle Erfahrungen gemacht, das hat Franziska dazu angeregt, sich mit dem Thema näher zu befassen. Wir haben sie gerne bei ihrem Vorhaben unterstützt, denn in der international geprägten Welt von heute ist es sehr wichtig, dass man früh über den eigenen Tellerrand hinausschaut.
Stepin: Was haben Sie dann gemacht, wie sich informiert?
Frau Heldmann: Franziska hatte bereits in der achten Klasse den Entschluss gefasst, ins Ausland zu gehen. Seitdem hat sie Bücher zum Thema gelesen, hat Infoabende besucht.
Stepin: Warum ist die Wahl auf Stepin gefallen?
Frau Heldmann: Die persönliche und individuelle Beratung hat uns sehr gut gefallen.
Stepin: Welche Bedenken hatten Sie vor dem Aufenthalt?
Frau Heldmann: Zuerst hatten wir natürlich ein flaues Gefühl. Wir dachten darüber nach, ob es nicht besser sei, wenn Franziska in einem weniger weit entfernten Land als Australien zur Schule geht und man sie schnell mal besuchen könnte. Doch ein wichtiger Lernaspekt des Programms ist ja, dass die Kinder alleine klar kommen. Daher haben wir uns dann für Australien entschieden.
Stepin: Wie haben sich Ihre Bedenken aufgelöst? Welche Rolle hat Stepin dabei gespielt?
Frau Heldmann: Es war für uns ein gutes Gefühl, dass eine starke Organisation im Hintergrund steht, die uns bei Problemen im Gastland zur Seite steht.
Stepin: Haben Sie sich gleich für das Land entschieden, in das Ihr Kind jetzt gereist ist, oder hat sich das erst im Laufe der Beratung ergeben?
Frau Heldmann: Franziska hatte sich schon früh für Australien entschieden.
Stepin: Haben Sie vor der Ausreise mit der Gastfamilie Kontakt aufgenommen?
Frau Heldmann: Ja, Stepin hat uns die Adresse bereits drei Monate vor der Ausreise zugeschickt. Das hat uns die Gelegenheit gegeben, die Familie per Mail kennen zu lernen. Ich hatte direkt einen 'guten Draht' zur Gastmutter und Franziska verstand sich prima mit ihrer Gastschwester.
Stepin: Sind Sie als ganze Familie in den Prozess einbezogen gewesen?
Frau Heldmann: Die ganze Familie hat vor der Ausreise mitgefiebert und sich mit Franziska auf das große Abenteuer in Australien gefreut.
Stepin: Wie war der Start Ihres Kindes im Gastland?
Frau Heldmann: Als sie an ihrem ersten Morgen im Haus ihrer Gastfamilie aufwachte, hatte sie schon das Gefühl: Hier ist es schön, hier kann ich bleiben.
Stepin: Was hat Ihrem Kind besonders gut gefallen?
Frau Heldmann: Die Landschaft ist toll, ihre Schule liegt direkt am Meer – und die Australier sind sehr entspannt. Sie hat das schöne Wetter genossen und sich darüber gefreut, dass es das ganze Jahr über frische exotische Früchte gibt. Auch das Surfen hat ihr großen Spaß gemacht.
Stepin: Woran hat sich Ihr Kind erst gewöhnen müssen?
Frau Heldmann: In Australien ist alles weitläufiger als hier. Es ist schwieriger, nach der Schule mit den Mitschülern in Kontakt zu bleiben, Treffen zu vereinbaren. Dadurch hatte unsere Tochter aber die Gelegenheit, viel mit ihrer Gastfamilie zu unternehmen und den Kontakt zu intensivieren.
Stepin: Wie beurteilt Ihr Kind seine Gastfamilie? Fühlte es sich dort wohl?
Frau Heldmann: Natürlich gab es Höhen und Tiefen. Mit ihrer Gastschwester verstand sich Franziska meist sehr gut, ab und an gab es aber auch mal kleine Reibereien. Nach 5 Monaten wurden die Gastfamilie und meine Tochter durch die australische Partneragentur getrennt voneinander befragt, ob sie denn den Aufenthalt auf 10 Monate verlängern wollen – und beide Parteien haben ja gesagt.
Stepin: Welche Beziehungen und Freundschaften haben sich entwickelt?
Frau Heldmann: Franziska steht nach wie vor in regem Kontakt mit ihrer Gastschwester. Diese wird uns bald wieder besuchen.
Stepin: Wie ist Ihr Kind mit dem Schulsystem zurechtgekommen? Was ist anders als in Deutschland? Was hat Ihr Kind nachhaltig beeindruckt?
Frau Heldmann: Sie fand es schön, dass die Schüler nicht in einem festen Klassenverband sind, sondern dass man Kurse belegen kann und so die Möglichkeit hat, viele Kontakte zu knüpfen. In der Schule kam sie gut klar, das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist entspannter als hierzulande, dennoch herrscht kein Mangel an Respekt.
Stepin: Wie lange hat es gedauert, bis Ihr Kind in dem neuen Land „angekommen“ ist? Gab es Stimmungsschwankungen (Phasen unterschiedlicher emotionaler Befindlichkeit)?
Frau Heldmann: Sie hat sich eigentlich gleich wohlgefühlt, aufgrund des herzlichen Kontakts zu ihrer Gastfamilie hat sich auch das Heimweh in Grenzen gehalten.
Stepin: Wie beurteilen Sie die Entwicklung Ihres Kindes (Bedeutung des Aufenthalts für die Persönlichkeitsentwicklung)?
Frau Heldmann: Franziska ist selbstständiger und erwachsener geworden, trifft ihre eigenen Entscheidungen. Als sie mit 16 Jahren nach Australien gegangen ist, war sie zögerlicher.
Stepin: Wie hat sich Ihr Kind in Deutschland wieder eingelebt?
Frau Heldmann: Das ging eigentlich sehr schnell – es schien fast so, als sei sie gar nicht weggewesen. Zur Eingewöhnung trug sicher auch bei, dass ihre Gastschwester sie auf dem Weg zurück nach Deutschland begleitete und einige Wochen bei uns blieb und dass wir zu dieser Zeit eine Gastschülerin aus Sydney bei uns aufgenommen hatten.
Stepin:Wie ist Ihr Kind in der Schule zurechtgekommen?
Frau Heldmann: In Australien hat sie ihre Begeisterung für das Fach Biologie entdeckt: Die Schüler gingen dort auf Exkursionen und haben ganz praktische Erfahrungen in der Natur gesammelt. Franziska überlegt sich sogar, ob sie Biologie als Leistungsfach nehmen soll.
Stepin: Würden Sie die Entscheidung noch einmal so treffen?
Frau Heldmann: Auf jeden Fall.
Interview mit Herrn Seemann
Stepin: Welche Erwartungen haben Sie mit dem Auslandsaufenthalt Ihres Sohnes Manuel verbunden?
Herr Seemann: Manuel wollte das Leben in einem anderen Land kennenlernen und seine Englischkenntnisse verbessern. Meine Frau und ich haben uns an dem Goethe-Wort orientiert: Du musst Deinen Kindern zwei Dinge geben, Wurzeln und Flügel. Wir haben Manuel bei seinem Vorhaben, ins Ausland zu gehen, daher gerne unterstützt.
Stepin: Von wem kam der Anstoß zum Auslandsaufenthalt (Eltern, Kind)?
Herr Seemann: Der ursprüngliche Impuls kam von einer Informationsveranstaltung zum Thema Schulaufenthalt im Ausland. Verstärkt wurde Manuels Wunsch, im Ausland zur Schule zu gehen, durch seine Schwester. Sie war zwei Jahre vor seiner Ausreise mit Stepin in Kanada. Unser Sohn wurde von ihr in seiner Begeisterung bestärkt.
Stepin: Was haben Sie dann gemacht, wie sich informiert?
Herr Seemann: Manuel hat selbst Informationen gesammelt und sich so gezielt auf seinen Schulaufenthalt im Ausland vorbereitet.
Stepin: Warum ist die Wahl auf Stepin gefallen?
Herr Seemann: Manuels Schwester war bereits mit Stepin in Kanada, wir waren mit der Organisation und der Beratung sehr zufrieden. Einige der anderen Veranstalter legten den Schwerpunkt in ihren Broschüren eher auf 'Party', Stepin hat eher den interkulturellen und schulischen Lerneffekt in den Vordergrund gestellt. Das hat uns gut gefallen.
Stepin: Welche Bedenken haben Sie vor dem Aufenthalt gehabt?
Herr Seemann: Ich hatte keinerlei Bedenken, da wir bereits durch den Auslandsaufenthalt unserer Tochter viele Erfahrungen gesammelt hatten und Manuel sehr selbstständig ist. Meine Frau war bezüglich des langen Flugs ein wenig besorgt.
Stepin: Haben Sie sich gleich für das Land entschieden, in das Ihr Kind jetzt gereist ist, oder hat sich das erst in der Beratung ergeben (Hintergrund: Typsache, Stepin berät)?
Herr Seemann: Wir haben bei dem Gesprächstermin mit Stepin einige Alternativen in punkto Länderwahl diskutiert – schließlich ist unsere Wahl dann auf Neuseeland gefallen. Manuel wollte ursprünglich in die USA, doch im Laufe des Gesprächs hat sich dann doch Neuseeland als Wunschziel herauskristallisiert.
Stepin: Haben Sie vor der Ausreise mit der Gastfamilie Ihres Kindes bereits Kontakt aufgenommen?
Herr Seemann: Manuel hat mit den Gasteltern per Mail Kontakt aufgenommen, so dass er bereits vor der Ausreise wusste, bei wem er die nächsten Monate verbringen wird.
Stepin: Wie war der Start Ihres Kindes in dem neuen Land?
Zunächst etwas holprig, da es in seiner 'permanenten' Gastfamilie einen Krankheitsfall gab und er kurzfristig für eine Woche in einer anderen Gastfamilie wohnte.
Stepin: Was hat ihm besonders gut gefallen?
Herr Seemann: Die Offenheit der Neuseeländer, der entspannte Lebensstil und das partnerschaftliche Umgang zwischen Lehrern und Schülern fand er klasse.
Stepin: Wie beurteilt Ihr Kind die Gastfamilie? Fühlt es sich dort wohl?
Herr Seemann: Ja, die Gastfamilie war sehr nett, hat ihn in ihre Aktivitäten mit einbezogen – und sehr gut gekocht.
Stepin: Was war anders als in Deutschland? Was hat Ihr Kind nachhaltig beeindruckt?
Herr Seemann: Er fand, dass das neuseeländische Schulsystem entspannter ist als das deutsche. Schwierig war jedoch, dass die Schüler am Ende des Jahres über den Ganzjahresstoff abgefragt wurden. Da Manuel ja nur ein halbes Jahr in Neuseeland zur Schule gegangen ist, war das eine echte Herausforderung.
Stepin: Wie hat sich Ihr Kind während des Auslandsaufenthalts verändert?
Herr Seemann: Manuel ist noch selbstständiger und weltoffener geworden: Der Kontakt mit Einheimischen und mit anderen Austauschschülern aus aller Welt hat dazu beigetragen.
Stepin: Wie hat sich Ihr Kind in Deutschland wieder eingelebt?
Herr Seemann: Das ging ganz schnell – er hat sich schnell wieder in den Alltag eingelebt.
Stepin: Wie ist es in der Schule zurechtgekommen?
Herr Seemann: Im Großen und Ganzen gut – bei einigen Schulfächern hatte er jedoch Aufholbedarf.
Stepin: Würden Sie die Entscheidung noch einmal so treffen?
Herr Seemann: Auf jeden Fall.
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