Auslandspraktikum England
Wieder zu Hause ... Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergangen ist. Inzwischen bin ich wieder zurück in München, aber noch immer voller Eindrücke und Erlebnisse von meiner Reise nach London.
Mein Praktikum in London bei einer Business School habe ich mit sehr viel Spaß zu Ende gebracht. Ich konnte sowohl meine Sprachkenntnisse verbessern, als auch interkulturell sehr viel dazu lernen. Schon meine Kollegen kamen von überall aus der Welt: Ghana, Ägypten, Amerika, Pakistan, Malaysia ... Und natürlich all die internationalen Studenten. Die wirklich große Mehrzahl kommt aus Asien und dort aus Indien. Man hatte beim Betreten der Schule wirklich das Gefühl, als ob man in einem kleinen Indien ist. Auch das Stadtviertel der Schule, Kingsbury (NW9), ist sehr indisch: Einwohner, Geschäfte, Flair etc. Sehr beeindruckend! So hatte ich wirklich nicht nur das Gefühl in England zu sein, sondern auch noch etwas mehr von der Welt gesehen zu haben.
Aber zurück zum Praktikum: Ich kann mich wirklich in jeder Hinsicht nur positiv darüber äußern. Das Team, inkl. Head of School, war sehr hilfsbereit, zugänglich und interessiert. Die Abteilung (mit mir, zwei Personen) in der ich hauptsächlich eingesetzt war, hieß Student Services Department. Das bedeutete: Ich habe mich mit einem Kollegen um alle außerakademischen Belange der Studenten gekümmert. Darunter ist z.B. gefallen: Unterstützung bei der Nebenjobsuche, Lebenslauferstellung, Unterkunftsvermittlung oder aber auch die gesamte Organisation der Einführungswoche für neue Studenten (inkl. Welcome Pack Broschüre). In diesem Rahmen durfte ich Workshops organisieren, sogar einen Part zum Thema Human Resources selbst halten. Außerdem haben wir noch monatlich einen Newsletter erstellt, zu dem ich auch Artikel beigetragen habe. Ach ja, Social Programmes haben wir auch geplant. Das war sogar nur ein Teil meiner Aufgaben … alles total abwechslungsreich und ich konnte so gut wie immer selbstständig arbeiten. Und aufgrund meiner beruflichen Erfahrung im Personalbereich konnte ich auch diverse Projekte gemeinsam mit dem Head of School machen. Sehr wertvolle Erfahrungen, die mir in Zukunft beruflich bestimmt eine Hilfe sein werden.
Auf der Schule gab es noch zwei weitere Praktikantinnen aus Deutschland, die in der Marketing-Abteilung gearbeitet haben. Muss sagen, das war schon schön, sich in der Mittagspause auf dem Weg zum Supermarkt mal ganz unkompliziert auf Deutsch unterhalten zu können. Aber sobald man das Schulgelände betreten hat, wurde wieder nur Englisch gesprochen. Das ist der Schule auch in Bezug auf die Studenten sehr wichtig. Die einen halten sich mehr daran, die anderen weniger. Dadurch, dass so viele aus Indien kommen, können sie sich natürlich in ihrer ganz eigenen Sprache unterhalten. Aber auf Ausflügen haben sich wirklich immer alle sehr bemüht, in einer Sprache zu kommunizieren. Bei einem Ausflug ins Victoria & Albert Museum bin ich als Betreuerin auch ganz alleine mit den anderen Praktis mitgegangen. Das war sehr nett und hat gut geklappt. Überhaupt gibt es absolut nichts Negatives zu berichten. Einen tollen Praktikumsplatz hab ich da erwischt! :-) Und einen tollen Abschied hatte ich auch noch. An meinem letzten Arbeitstag wurde nämlich genau ein American Style Picknick (Head of School ist aus Amerika!) für das ganze Team organisiert, das hat echt super zusammen gepasst. Jeder musste sich was "Amerika-typisches" anziehen. Wir Praktis haben uns einfach Schwimmreifen gekauft, sie ein bisschen bemalt und sind als Donuts gegangen. Sehr lustig ... siehe Fotos!
An den Wochenenden bin ich meistens in der Stadt unterwegs gewesen. Hab wirklich viel von London gesehen. Ich habe zwar die meiste Zeit alleine verbracht, das muss man aber nicht, wenn man nicht will. Man knüpft wirklich sehr schnell Kontakte, sei es in meinem Fall mit anderen Studenten, Praktikanten oder aber durch die Gastfamilie. Bei mir war es jetzt weniger eine Gastfamilie, mehr nur eine Gastmutter. Sehr nett war sie (Deirdre), zwar nicht direkt bemüht, mit mir was zu unternehmen, aber das musste sie ja auch nicht. Ich hatte dort ein nettes Zimmer, das ich selbst "gepflegt habe". Badezimmer, Wohn- und Essbereich haben wir uns geteilt. Deirdre hat mir jeden Abend gekocht. Okay, sie war keine Spitzenköchin, aber zum satt werden hat's gereicht. So habe ich wenigstens nicht 5 Kilo zugenommen, wie alle um mich rum schon befürchtet hatten...;-) Die Wohnung war ganz in der Nähe der Schule, sehr praktisch, nur ein Bus und 20 Min. Man muss sich halt bewusst sein, dass man nicht mehr direkt in London wohnt (Harrow on the hill). Diese Stadt ist so riesig, dass sich auch viel außerhalb des Zentrums abspielt. Aber ich hatte es nur ca. 25 Min. in die Stadt, war also kein Problem. Die Gegend war sicher und ich habe mich viel wohler als in Leytonstone gefühlt, wo ich während meines Sprachkurses untergebracht war.
Was kann ich zum Abschluss meiner Reise sagen? Es hat sich gelohnt, in jeder Hinsicht! Ich war davor nie für einen längeren Aufenthalt im Ausland und ich bin sehr froh, es "gewagt" zu haben. (Auch wenn ich in meinem Fall dafür beruflich viel aufgegeben habe.) Ich habe das Gefühl, dass ich mir seitdem mehr zutraue, offener mit anderen kommunizieren kann und vor allem selbstständiger geworden bin. Man lernt sich wirklich sehr gut zu organisieren und zurechtzufinden. Auch finde ich, muss man auf einer Reise, die man alleine unternimmt, lernen, mit sich selbst auszukommen.Manchmal muss man eben etwas wagen, um zu gewinnen. Und gewonnen habe ich ne Menge ... Danke Stepin!
Juliane Merkl
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