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Island - Länderinfos

Island ist eine 103.000 km² große Insel im Nordatlantik in der Nähe des Polarkreises. Zum Staatsgebiet gehören noch einige kleinere Inseln, die der Nord- und Südküste vorgelagert sind. Die isländische Landschaft ist berühmt wegen der heißen Quellen und Geysire. Sie ist wild und karg mit großen Lavafeldern, Schwefelvorkommen, zahlreichen Flüssen, Wasserfällen und grünen Tälern. Die Küste besteht aus einer Vielzahl Buchten und Fjorden. Das öde und menschenleere Hochplateau im Landesinneren erinnert an eine Mondlandschaft, die ersten amerikanischen Astronauten absolvierten hier ihr Trainingsprogramm.


Über das Land

Auf Island leben ca. 305.000 Einwohner. Ungefähr die Hälfte davon lebt im Einzugsgebiet der Hauptstadt Reykjavik. Zum Vergleich: Bonn hat ungefähr 325.000 Einwohner.

Politisch gehört der Inselstaat zur Europäischen Union, jedoch nicht zu den Ländern der Eurozone. Das bringt für die steigende Zahl der Touristen einige Vorteile, aber auch einige Nachteile mit sich. Die Einreise ist für EU-Bürger völlig unproblematisch, jedoch ist Island eines der wenigen westeuropäischen Länder, in denen noch die Landeswährung gilt.

In kaum einem anderen Land der Welt gibt es so viele aktive Vulkane. Der berühmteste und eindrucksvollste ist Hekla im Süden, der seit der Besiedlung Islands 16 Mal ausgebrochen ist. Im Mittelalter glaubten viele Geistliche, dass er der Eingang zur Hölle sei. Schon immer hat die isländische Landschaft die Phantasie angeregt: Am Krater des Snaefellsjökull beginnt die Reise zum Mittelpunkt der Erde in Jules Vernes berühmtem Roman. Der Vatnajökull (8500 km²) ist der größte Gletscher in Europa.

Island ist nicht sehr reich an Bodenschätzen, Landwirtschaft kann infolge des Klimas auch nur in geringem Umfang betrieben werden. Trotzdem geht es den Bewohnern der Insel wirtschaftlich recht gut, denn das Land verfügt über große Energie-Ressourcen. Durch den Vulkanismus auf Island wird Wärme- und Elektroenergie in großer Menge frei. Geothermal-Kraftwerke heizen die Gebäude und liefern heißes Wasser und Strom, dazu kommt noch die Wasserkraft, die ebenfalls zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

Die Gewässer vor Islands Küsten sind sehr fischreich. Deshalb ist die Fischerei ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes. Rund 60% der Exporte kommen aus diesem Bereich.

Isländer sind eher zurückhaltende Menschen, die aber auf Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft  großen Wert legen. Das ist nur natürlich, denn in der Einsamkeit der Insel erhält die Begegnung mit anderen Menschen eine andere Bedeutung als im Trubel der Großstadt. Die Verbundenheit der Isländer mit der Natur liegt ebenfalls nahe. Sie sind traditionell und pflegen ihren Glauben an Geister, Elfen und Trolle.

Die isländische Sprache stammt im Ursprung aus dem Altnordischen und ist für deutsche Zungen recht schwer zu lernen. Auch die Schrift unterscheidet sich in einigen Buchstaben von anderen europäischen Schriften. Erschwerend kommt hinzu, dass die Worte meist anders ausgesprochen werden als geschrieben.  Mit Englisch und manchmal sogar mit der deutschen Sprache kommt man als Besucher jedoch ohne Probleme weiter.

Island-Besucher müssen sich zunächst auch an die ungewöhnliche Zusammenstellung der Namen gewöhnen. Familiennamen in unserem Sinne gibt es in Island nicht. Die Namen setzen sich aus dem Vornamen und dem Namen des Vaters, verbunden mit dem Anhang „son“ für den Sohn oder „dottir“ für die Tochter zusammen. Vigdis Finnbogadottir ist also Vigdis, die Tochter von Finnboga.

Berühmte Persönlichkeiten

Erik „der Rote“ Thorvaldsson (950-1003), norwegisch-isländischer Seefahrer, Entdecker und Eroberer (»Wikinger«). Er ist bekannt als der Gründer der ersten skandinavischen Siedlung in Grönland und war vermutlich der erste Europäer, der amerikanischen Boden betrat.

Egill Skallagrímsson (910-990), Wikinger, Bauer und höfischer Dichter und Held der berühmten »Egils saga«

Björk Guðmundsdóttir (geb. 1965), Die am 21. November 1965 in Reykjavík geborene »Björk« ist eine international bekannte Musikerin, Songschreiberin, Komponistin und auch eine anerkannte Schauspielerin.

Halldór Kiljan Laxness (1902-1998), Schriftsteller, er erhielt im Jahr 1955 den Nobelpreis für Literatur.

Robert James (Bobby) Fischer (1943-2008), Schachspieler und Schach-Großmeister. Er wurde im März 2005 isländischer Staatsbürger, um eine Auslieferung an die USA zu verhindern.

Vigdis Finnbogadóttir (geb. 1930), weltweit das erste gewählte weibliche Staatsoberhaupt mit hohem Ansehen bei den Isländern und auch im Ausland

Sehenswürdigkeiten

Places to go

Am einfachsten lernt man die Sehenswürdigkeiten Islands auf einer der vielen Busfahrten kennen, die in den Küstenstädten angeboten werden. Sandstrände, Ackerland, Wasserfälle und Gletscher an der Südküste, die Fjorde im äußersten Nord- und Südwesten und das eindrucksvolle Hochlandplateau, die Vulkane, Gletscher und Berge im Landesinneren sind auf diese Weise leicht zu erreichen.

Reykjavik liegt in einer von Bergen umgebenen großen Bucht. Traditionelle Holzhäuser stehen neben ultramodernen Gebäuden, und es gibt zahlreiche Nachtklubs, Kunstgalerien, Museen und einen Zoo. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Hallgrímskirkja. Eine Kirche, deren Bau 1945 begonnen wurde, die aber erst 1986 eingeweiht wurde. Der Glockenturm ist 73 m hoch und bietet einen schönen Ausblick über Reykjavik. Sehenswert sind auch Dómkirkjan, der Stadtsee Tjörnin und das neue Rathaus, in dessen Erdgeschoss eine große, dreidimensionale Islandkarte steht. Perlan ist der Name einer großen Glaskuppel, die auf vier Heißwasserbehältern (Inhalt: 24 Millionen Liter 85°C heißes Wasser) auf einem Hügel am Rande der Stadt liegt. Das etwas futuristisch anmutende Gebäude ist nach der Hallgrimskirkja das zweite Wahrzeichen von Reykjavik. In einem der Heißwasserbehälter wurde inzwischen ein Wikinger-Museum eingerichtet. Im Jahr 2000 war Reykjavik die Kulturhauptstadt Europas.

An den westlichen Fjorden findet man viele kleine Fischerdörfchen und den Dynjandi Wasserfall.

Das zentrale Hochland: Gletscherseen, riesige Eisberge, tiefe Schluchten, kurz: eine atemberaubende Landschaft bietet sich dem Besucher auf der Erkundungstour ins zentrale Hochland im Landesinneren. Ein besonderes Erlebnis ist das Baden in einem der warmen Quellflüsse.

Akureyri im Norden ist nach Reykjavík die wichtigste Stadt des Landes und Handelszentrum dieser überwiegend landwirtschaftlich genutzten Region. Das Museum für Volkskunde und Naturgeschichte ist sehenswert. Mit dem Bus kann man zu dem äußerst interessanten Vogelschutzgebiet am Myvatn-See fahren, das von Vulkanen, Kratern und seltsamen Lavaformationen umgeben ist. In der Zeit der weißen Nächte, wenn die Sonne am Polarkreis nicht untergeht, bietet Nordair »Mitternachtssonnen-Flüge« nach Grimsey an, einer Insel vor Islands Nordküste im Polarkreis.

Höfn im Südosten  ist ein Fischerdorf an der Südostküste, von dem sich Ausflüge zum Jökullón-See anbieten. Der See liegt am Fuß des Vatnajökull, des größten Gletschers Europas.

Feiertage

  • 1. Januar:  Neujahr
  • 1. Donnerstag nach dem 18. April: Erster Sommertag
  • Gründonnerstag
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • 1. Mai: Tag der Arbeit
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag.
  • 17. Juni: Nationalfeiertag
  • 1. Montag im August:   Feiertag für Angestellte
  • 24.-26. Dezember:  Weihnachten
  • 31. Dezember:  Silvester

Wussten Sie schon, dass...?

… Island pro Kopf gerechnet die meisten Schachgroßmeister und Miss World-Gewinnerinnen hervorgebracht hat?

… die Isländer gemeinsam mit den Japanern weltweit die höchste Lebenserwartung haben?

… die Telefonbücher in Island nach Vor- und nicht wie bei uns nach Nachnamen sortiert sind?

… der pro Kopf-Verzehr an Fisch in Island jährlich 90kg beträgt?

… Reykjavik die nördlichste Hauptstadt der Welt ist?

… man in Island mit einem Schritt von der europäischen auf die amerikanische Kontinentalplatte wechseln kann? Die Brücke über diesen Graben liegt im Westen der Halbinsel Raykjanes.

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