Guatemala
Auf den Spuren der Maya
In keinem anderen Land Lateinamerikas ist die wechselvolle Geschichte der Maya so präsent wie in Guatemala, dem kleinen Land zwischen Mexiko und El Salvador. Hinter dieser kulturellen und historischen Vielfalt will die Natur nicht zurückstehen und so präsentiert sie sich dem Betrachter mit tropischen, immergrünen Regenwäldern im Norden, im Landesinnern mit imposanten Vulkanen und dem fruchtbaren Küstenstreifen am Pazifik.
Das kulturelle Zentrum liegt im Hochland von Guatemala, ebenso wie die Hauptstadt Guatemala-Stadt mit ca. 2,5 Millionen Einwohnern. Insgesamt beheimat das Land 14 Millionen Menschen, die sich 108.890 Quadratkilometer teilen. Damit ist die demokratische Republik Guatemala das am dichtesten bevölkerte Land Zentralamerikas, unterteilt in 22 Departamentos. Ca. 60 Prozent der Einwohner sind römisch-katholisch, 30 Prozent protestantisch, der Rest sind Anhänger der Maya-Religionen.
Klima
Wetterseitig ist die beste Zeit für einen Aufenthalt in Guatemala November bis Mai während der Trockenphase. In den Höhen zwischen 1.300 und 1.800 Metern ist es tagsüber ganzjährig angenehm mild bis 28 Grad. In höheren Lagen kann es kalt werden, hier kommt wieder die winter- und klettertaugliche Bekleidung zum Tragen.
Land und Leute
Was für eine Überraschung: In Guatemala befindet sich die mit Abstand größte deutsche Kolonie Zentralamerikas. Aber keine Sorge, Sie treffen noch genügend Indígenas, Nachkommen der Mayas, die ca. 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen sowie Mestizen (Ladinos) mit einem Anteil von 35 Prozent. Sie werden sie erkennen an ihren bunten Gewändern und der folkloristischen Musik auf eigenartigen Instrumenten – und ihrer Gastfreundschaft.
Sehenswürdigkeiten
Zeugnisse der unvergänglichen Hochkultur der Maya mit Tempelpyramiden, Steinstelen und Säulen sieht der Reisende an vielen Orten, einer davon ist Tikal. In den nördlichen Regenwäldern Guatemalas steht mit etwa 65 m die höchste Tempelpyramide der Maya (Templo IV). Tikal war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode (3. bis 9. Jahrhundert). Im zeremonialen Zentrum, umringt von Tempeln und Palast-Tempelkomplexen, erzählen 200 Stelen in Maya-Schrift von der Geschichte und den Herrschern der Stadt. Für jeden Besucher ist die Spiritualität dieses Ortes greifbar nahe. „Antigua Guatemala“ – so lautet der Name der alten Hauptstadt, die nach einem Erdbeben fast völlig zerstört wurde und heute Weltkulturerbe ist. Ein bezauberndes koloniales Stadtbild mit zahlreichen Restaurants und Geschäften sowie die prachtvolle Prozession in der Osterwoche laden den Besucher zum Verweilen ein. Von hier aus hat man auch einen guten Blick auf die in Sichtweite gelegenen Vulkane, von denen der Pacaya noch aktiv ist. Weitere sehenswerte Städte sind Quetzaltenango und Chichicastenango – oder sie trauen sich in den Atitlán-See, der im Krater eines erloschenen Vulkans liegt.
Essen und Trinken
Guatemalas Küche ist nicht vergleichbar mit der aus Mexiko, dennoch weist sie einige Elemente aus dieser auf, wie zum Beispiel Tortillas oder Tacos. Am besten Sie essen gegrilltes Fleisch mit Bohnen und Reis. Erstaunlicherweise gibt es im Land viele Chinesische Restaurants. Man trinkt Bier oder puscht sich mit Rum und Quetzalteca. Die besten Bohnen des berühmten Kaffees gehen in den Export, so dass im Land selbst der Kaffee oft gar nicht so gut ist.
Sprache
Offizielle Landessprache ist zwar Spanisch, Muttersprache für bis zu 60 Prozent der Bevölkerung ist jedoch eine der 21 verschiedenen Maya-Sprachen.
Wirtschaft
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportprodukte sind Kaffee, Zucker, Tabak und Kautschuk, obwohl hier in den letzten Jahren Preiseinbrüche zu beklagen waren. Der Wirtschaftsfaktor Tourismus hält sich recht stabil. Die Währung ist der Quetzal.
Feiertage
Den Nationalfeiertag begeht man am 15.9., dem Unabhängigkeitstag. In der „Semana Santa“, der heiligen Woche vor Ostern, werden landesweit große und prachtvolle Prozessionen und Feiern abgehalten – in Antigua sind sie am schönsten.
Hinweis
Bei Reisen nach Lateinamerika sollte beachtet werden, dass die Kriminalitätsrate in den meisten Ländern ziemlich hoch ist. Gerade in den großen Städten ist es als Alleinreisender wichtig, sich vorsichtig zu verhalten. Weitere Informationen sowie aktuelle Sicherheitshinweise finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amtes unter www.auswaertiges-amt.de.





